Interpellation zum Fahrplan in Zug: Geht noch mehr Stadtbahn?

Die beiden Kantonsräte Claus Soltermann (GLP) und Heinz Achermann (CVP) stellen der Zuger Regierung Fragen im Zusammenhang mit den Zugfahrplänen.

Marco Morosoli
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Vor 15 Jahren wurde die Stadtbahn Zug eingeweiht. Im Bild die S1 bei der Haltestelle Schutzengel. (Bild: Patrick Hürlimann, Zug, 3. August 2019)

Vor 15 Jahren wurde die Stadtbahn Zug eingeweiht. Im Bild die S1 bei der Haltestelle Schutzengel. (Bild: Patrick Hürlimann, Zug, 3. August 2019)

Die Szene wiederholt sich an fast an jedem Werktag. Morgens und abends stehen die Pendler dicht gedrängt auf den Perrons des Bahnhofs Zug. Es kann schon vorkommen, dass auch auf dem Perron praktisch Stillstand herrscht. Die Kantonsräte Claus Soltermann (GLP, Cham) und Heinz Achermann (CVP, Hünenberg) sind ab und an ebenfalls während der Pendlerspitzen unterwegs. Jetzt ist ihnen anscheinend der Kragen geplatzt. In einer kürzlich eingereichten Interpellation stellen sie fünf Fragen rund um die Stadtbahn und wie der Kanton auf das sich abzeichnende, weitere Bevölkerungswachstum reagieren will.

Claus Soltermann hat dabei eine klare Vorstellung, wie die Pendlerspitzen gebrochen werden könnten: «Es müssten Doppelstockzüge eingesetzt werden.» Derzeit setzen die SBB Flirt-Züge von Stadler Rail ein. Diese Kompositionen, einst für die Zuger Stadtbahn konzipiert, sind heute für den im Thurgau ansässigen Betrieb ein Erfolgsmodell und weltweit im Einsatz.

Mit Bezug auf die aktuelle Situation

Im Gespräch erwähnt der Chamer Kantonsrat die Möglichkeit der «Verdichtung des Fahrplans». Dass dies funktionieren könnte, leitet Soltermann vom Umstand ab, dass derzeit ja wegen der Sperre am Zugersee-Ostufer auf dem Streckenast von Zug bis nach Rotkreuz viel mehr Züge als sonst unterwegs sind. Eine weitere Massnahme wäre, so führt Soltermann in der Interpellation an, die Stadtbahn von Baar bis nach Luzern von Betriebsbeginn bis Betriebsschluss im Viertelstundentakt zu führen.

Vom Zuger Baudirektor Florian Weber (FDP) – die Abteilung für öffentlichen Verkehr gehört seit Neujahr zu seiner Direktion – wollen die beiden Interpellanten wissen, ob die von ihnen angedachte Taktverdichtung überhaupt machbar ist. Interesse zeigen die beiden Ennetseer Interpellanten auch an der Auslastung der S1 (Baar-Rotkreuz/Sursee) und der S2 (Baar Lindenpark-Erstfeld). Im Weiteren möchten Soltermann und sein Mitstreiter transparent machen, mit welchen Kosten der Kanton respektive die Gemeinden bei der Umsetzung ihrer Ideen rechnen müssen.

Fakt ist jedoch, dass der Kanton Zug Anfang Oktober seine Fahrplanstrategie respektive das Fahrplangerüst für die Zeit nach der Zugersee-Ostsperre veröffentlicht hat. Ob die von Soltermann angeregten Doppelstockwagen-Züge so einfach auf die Schiene zu setzen sind, steht auf einem anderen Blatt.