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GELD: Kanton will den Wert der Banknoten ins Gesetz schreiben

Die höchste Schweizer Banknote soll die Tausendernote bleiben. Eine Standes­initiative will die Werte nun verbindlich festlegen.
Harry Ziegler
Tausendernoten sind sehr beliebt. Weniger als Zahlungs-, sondern mehr als Wertaufbewahrungsmittel. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Tausendernoten sind sehr beliebt. Weniger als Zahlungs-, sondern mehr als Wertaufbewahrungsmittel. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Der Druck auf das Bargeld steigt kontinuierlich. Negativzinsen und fehlende Anlagemöglichkeiten lassen es vielen als sinnvoll erscheinen, Bargeld zu Hause zu horten. Eine – gegen den Widerstand der Regierung – erheblich erklärte Motion der beiden Zuger SVP-Kantonsräte Philip C. Brunner und Manuel Brandenberg verlangt, dass die bestehenden Bargeldnotenwerte (10, 20, 50, 100, 200, 1000) mittels Standesinitiative im Bundesgesetz über die Währung und Zahlungsmittel festgeschrieben werden (Ausgabe vom 1. Juli). Mit der Einreichung der Standesinitiative erfüllt die Zuger Regierung nun diesen Motionsauftrag.

Begehrte Tausendernoten

Tatsächlich, so schreibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf ihrer Homepage zum aktuellen Notenumlauf, deute der hohe Anteil an grossen Noten, die in Umlauf seien, darauf hin, «dass Banknoten nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden». Konkret waren Ende 2014 gemäss SNB 41 793 251 Tausendernoten im Umlauf. Das waren 10,3 Prozent aller sich in Umlauf befindlichen Noten. Die höchste Stückzahl weist die 100er-Note auf. Von ihr sind 111 847 533 Stück (27,5 Prozent aller sich in Umlauf befindenden Noten) in Umlauf. Ende 2014 waren insgesamt 406 524 066 Banknoten zwischen 10 und 1000 Franken in Umlauf.

Ursprünglich 5000er-Note verlangt

Ausgangspunkt für die nun von der Zuger Regierung eingereichte Standesinitiative war ursprünglich die Forderung der beiden SVP-Kantonsparlamentarier Brunner und Brandenberg, eine 5000er-Note einzuführen (Ausgabe vom 17. Februar). Nachdem im Kantonsrat bei der Behandlung des Geschäfts heftige Kritik auf die Motionäre niederprasselte, änderten sie ihr Begehren dahingehend ab, dass die Nennwerte der Banknoten im entsprechenden Bundesgesetz festzulegen seien. «Es geht darum», so Manuel Brandenberg gemäss noch nicht genehmigtem Protokoll der Kantonsratssitzung vom 30. Juni, «die bestehenden Nennwerte rechtlich zu stabilisieren, damit es nicht kurzfristig möglich ist, aufgrund von sachfremden, äusseren Einflüssen auf das Direktorium der Nationalbank diese Nennwerte zu ändern oder abzuschaffen.» Denn es sei klar: «Der Druck auf das Bargeld ist momentan sehr hoch, es gilt schon fast als etwas Kriminelles.» Mit der Festlegung der Notennennwerte im Gesetz solle die zu beobachtende Tendenz, Bargeld als etwas Schlechtes zu betrachten, gestoppt werden, argumentierte Brandenberg damals. Die Zuger Regierung hat in Erfüllung der Motion die entsprechende Standesinitiative mittels Einschreiben am 12. Juli ans Bundesparlament in Bern geschickt. Damit ist für den Kanton das Thema vorderhand erledigt.

Tausender unter dem Kopfkissen?

Ungebrochen allerdings ist, wie eingangs erwähnt, das Interesse der Schweizerinnen und Schweizer an der Tau­sendernote. Gemäss SNB diene diese vermehrt auch als Mittel zur Wertaufbewahrung. Horten also Herr und Frau Schweizer massenhaft Tausender unter den Kopfkissen? Eher nicht, sagen Experten. Bargeld, das als Wertaufbewahrungsmittel dient, würde meist sicher in Banktresoren oder ähnlichen Einrichtungen aufbewahrt. Der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann erklärte in der «Neuen Zürcher Zeitung» im vergangenen Jahr dazu, der Anstieg der Nachfrage nach Tausendernoten sei ein guter Krisenindikator. Je misstrauischer Menschen gegenüber dem Markt nämlich seien, desto mehr Bargeld würde gehortet.

Knapp über 1000 Franken zu Hause

Die meisten Schweizerinnen und Schweizer allerdings sind, so die Resultate einer Umfrage des Versicherungsportals www.knip.ch, nicht gerade Weltmeister im Verstecken von Bargeld. Gemäss Umfrage unter 1080 Verbrauchern würden zu Hause im Durchschnitt gerade einmal 1115 Franken Bargeld aufbewahrt. Dabei zeigt sich, es sind nicht nur Senioren (46 Prozent), die auf häusliche Geldverstecke vertrauen, auch bei jungen Erwachsenen ist dies zu beobachten. Wobei die jungen Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren zu 47 Prozent «erhebliche Summen zu Hause» aufbewahren.

Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind erheblich. Gelten Frauen doch gemeinhin als Plaudertaschen, die kein Geheimnis für sich behalten können, so gilt das beim Geldverstecken offensichtlich nicht. 52 Prozent verraten nämlich niemandem, wo sie ihr Geld verstecken. Die Männer sind vertrauensseliger. Ihren Partnern verraten 62 Prozent das Versteck.

Beliebte Geldverstecke

Das beliebteste Geldversteck im Hause ist übrigens der Kühlschrank. Gefolgt vom Kleiderschrank und der Matratze. Beliebt sind auch der WC-Spülkasten oder die Vorratsdose. Das wissen auch Einbrecher, so das Versicherungsportal. Es würden bei einem Einbruch deshalb vor allem zuerst die Verstecke von Vorratsdose bis Gefrierfach durchsucht.

Harry Ziegler

Bonus: Die Zuger Standesinitiative zur Änderung des Währungsgesetzes gibt es auf www.zugerzeitung.ch/bonus

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