Gemeinde Baar budgetiert für 2021 rote Zahlen

Grund für den prognostizierten Aufwandüberschuss von drei Millionen Franken sind neben den Auswirkungen der Coronapandemie Wegzüge von Firmen und Fusionen von Unternehmen.

Vanessa Varisco
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Nachdem die Gemeinde Baar in den vergangenen Jahren finanziell florierte, wird für das kommende Jahr im Budget nun mit einem Minus von rund drei Millionen Franken gerechnet - das bei einem Aufwand von 142,7 Millionen und einem Ertrag von 139,7 Millionen Franken. Bereitet dieses Minus der Gemeinde Sorgen? Finanzvorsteher Pirmin Andermatt antwortet: «Nein, grundsätzlich noch nicht.» Die Einwohnergemeinde Baar verfüge über ein solides Finanzvermögen und in Bezug auf solche Negativergebnisse über eine Steuerausgleichsreserve von 55 Millionen Franken.

Der Aufwand werde sich im Rahmen der letzten zwei Jahre bewegen, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt. Der Ertrag breche aber um mehrere Millionen ein. Gründe für das Minus gibt es mehrere: So werden sich einerseits die finanziellen Auswirkungen der Coronapandemie im Budget niederschlagen, andererseits werden die Steuererträge der juristischen Personen sinken, da Firmen aus der Gemeinde wegziehen und andere fusionieren.

Die Pandemie wird hauptsächlich negative Auswirkungen auf die Steuererträge haben. Pirmin Andermatt geht derzeit davon aus, dass bei den natürlichen Personen für die nächsten zwei Jahre ein coronabedingter Rückgang in den Steuererträgen von je rund fünf bis zehn Prozent zu erwarten ist. Er betont:

«Die genauen Auswirkungen der Pandemie sind schwer abzuschätzen.»

Ab 2023 wird mit einer schrittweisen Erholung gerechnet. Bei den juristischen Personen geht die Gemeinde laut Mitteilung nächstes Jahr von einem Rückgang der Steuererträge von rund 10 Prozent aus, 2022 sollte sich die Situation nach der Einschätzung weitgehend stabilisiert haben. Ab 2022 wird ein Wachstum von jährlich zwei Prozent budgetiert.

Eine Steuererhöhung steht den Baarern vorerst nicht ins Haus. Der Steuerfuss von 53 Prozent soll so belassen werden. Allerdings wird der Rabatt über vier Prozent, wie er dieses Jahr gewährt wurde, «eine einmalige Sache bleiben». Pirmin Andermatt führt aus, weshalb die Steuern trotz budgetiertem Minus nicht erhöht werden: «Der Steuerfuss soll vor allem für die Unternehmen langfristig planbar sein. Es ist nicht Usanz der Gemeinde Baar, gleich bei den ersten Anzeichen eines Unwetters an der Steuerschraube zu drehen.» Ausserdem werde davon ausgegangen, dass die Gemeinde in den nächsten Jahren weiterwächst, was einen positiven Einfluss auf die Erträge haben soll.

Gewichtige Steuerzahler ziehen weg

Die Coronapandemie erachtet die Gemeinde als Hauptgrund für den Rückgang des Ertrags. Gleichwohl ist es nicht der einzige Faktor. Sinken werden die Steuererträge von juristischen Personen auch deshalb, weil einige Firmen aus der Gemeinde wegziehen. «Darüber machen wir uns in der Tat Gedanken. Die Begründungen der Wegzüge sind unterschiedlicher Natur und können von der Gemeinde nicht beeinflusst werden», so Andermatt. Die Fusion mancher Firmen schlägt sich ebenfalls negativ in den Erträgen nieder.

«Wir erwarten aber auch Zuzüge von neuen Firmen, welche den Rückgang der Steuereinnahmen teilweise ausgleichen sollten. Darüber hinaus stehen wir auch im Kontakt mit den kantonalen Behörden.» Baar ist innerhalb des Kantons Zug laut eigener Aussage jene Gemeinde mit der größten Abhängigkeit von Firmen generell und Weltkonzernen insbesondere.

Tieferer Beitrag an den Zuger Finanzausgleich

Der Beitrag der Gemeinde an den Nationalen Finanzausgleich steigt zwar leicht von 9,9 Millionen auf 10,1 Millionen Franken. In den Zuger Finanzausgleich (ZFA) wird Baar 2021 14,1 Millionen Franken überweisen – 3,2 Millionen weniger als im laufenden Jahr.

Investitionen in den Schulraum

In den kommenden Jahren wird in der Gemeinde vor allem in Schulraum investiert. Bekanntlich genehmigte die Gemeindeversammlung die Projektierungskredite für den Ersatz und die Vergrösserung des Schulhauses Wiesental, die Sanierung und Erweiterung der Schule Sternmatt 1 sowie den Neubau der Dreifachturnhalle Sternmatt 2. Im Verlauf des Jahres 2021 werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger an der Urne über die Baukredite befinden.

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