Gemeinde Cham hat über Bebauungsplanänderung orientiert

Die Bevölkerung konnte sich aus erster Hand über das Projekt der Fensterfabrik G. Baumgartner AG in Hagendorn und die damit verbundene nötige Teiländerung des Bebauungsplans informieren. Noch bis Mitte Februar läuft die Mitwirkung, die Urnenabstimmung soll voraussichtlich im Jahr 2020 stattfinden.

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Die Visualisierung zeigt den geplanten Gebäudekomplex. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt den geplanten Gebäudekomplex. (Bild: PD)

An einer Veranstaltung der Gemeinde Cham wurde die Bevölkerung über die Teiländerung des Bebauungsplans Allmend Hagendorn informiert. Bei der anschliessenden Diskussion drehten sich die meisten Fragen des Publikums um den Verkehr, wie die Gemeinde Cham mitteilt. 

Rund 60 Personen fanden sich laut Mitteilung der Gemeinde am 29. Januar im Lorzensaal ein, um sich über die Teiländerung des Bebauungsplans Allmend Hagendorn und der damit zusammenhängenden geplanten Erweiterung und Modernisierung der Fensterfabrik G. Baumgartner AG in Hagendorn informieren zu lassen. Rolf Ineichen, Vorsteher Planung und Hochbau der Einwohnergemeinde Cham, führte aus, weshalb die Teiländerung überhaupt beantragt wird. Demnach brauche die Fensterfabrikation G. Baumgartner, ein wichtiger Arbeitgeber in der Gemeinde, für die Weiterentwicklung mehr Raum: «Das geplante Projekt ‹Gottfried Baumgartner› trägt diesem Umstand Rechnung. Der Gemeinderat freut sich über Unternehmen, die vorwärtsschauen – und er unterstützt alle, die Arbeitsplätze schaffen und nachhaltig sichern möchten.»

Besondere Lage als Herausforderung

Den Raum zu finden, der für die zusätzliche Produktions- und Logistikfläche der Fensterfabrik Baumgartner benötigt wird, stellte sich dabei als Herausforderung dar. Die Fensterfabrikation liegt am Rand einer Landschaft von nationaler Bedeutung. Die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission hat deshalb schon 2014 deutlich gemacht, dass eine Erweiterung in Richtung Frauentalerwald nicht in Frage kommt.

Die Lösung wurde darin gefunden, dass einerseits in Richtung Frauentalstrasse erweitert und andererseits tiefer in den Boden gebaut wird sowie die bestehenden Gebäude an der Flurstrasse zurückgebaut und ersetzt werden. «Durch den zusätzlichen Platz kann gewährleistet werden, dass wir uns in Hagendorn weiterentwickeln können», machte Bauherr Stefan Baumgartner deutlich. Architekt Christoph Steiger betonte, dass auch in der nächsten Etappe der guten Eingliederung in die Landschaft höchste Priorität eingeräumt wird. Landschaftsarchitektin Blanche Keeris zeigte auf, wie dies mit Hecken, begrüntem Dach sowie anderen ökologischen Ausgleichsmassnahmen konkret geschehen soll.

Verkehrsplaner Adrian Arquisch erläuterte zudem, wie sich das Verkehrsaufkommen mutmasslich verändern wird und wie der Verkehr sowohl in der Bauphase als auch nach Vollendung der verschiedenen Bauetappen möglichst verträglich geführt werde. Erich Staub, Abteilungsleiter Planung und Hochbau der Gemeinde, gab schliesslich detailliert Auskunft über die Planungsmittel und das weitere Vorgehen. «In der anschliessenden Diskussion wurde von verschiedener Seite betont, wie wichtig es ist, einem Arbeitgeber wie der Fensterfabrik G. Baumgartner AG Sorge zu tragen. Die meisten Wortmeldungen bezogen sich jedoch auf die künftige Verkehrsführung in unmittelbarer Nachbarschaft der Fabrikation. So wurde die Frage aufgeworfen, ob der Werkverkehr nicht direkt ins Fabrikationsgelände geführt werden könnte», schreibt die Gemeinde.

Schriftliche Eingaben sind bis Mitte Februar möglich

Zum Abschluss betonte Moderator Michael Emmenegger, dass Anliegen und Vorschläge bis Mitte Februar mit einer schriftlichen Eingabe bei der Einwohnergemeinde Cham vorgebracht werden können. Gegebenenfalls wird das Projekt aufgrund der Eingaben nochmals angepasst, bevor die kantonale Vorprüfung und die erste öffentliche Auflage stattfinden können. Voraussichtlich im Jahr 2020 soll dann die Urnenabstimmung über die Teiländerung Bebauungsplan Allmend Hagendorn stattfinden. Die Ausstellung zum Projekt «Gottfried Baumgartner» wird noch bis am 8. Februar, 12 Uhr, im Mandelhof während den üblichen Öffnungszeiten gezeigt. Die Mitwirkung läuft noch bis am 15. Februar. Detaillierte Unterlagen zum Projekt finden sich auf www.cham.ch. (rh/pd)

Eine Firma investiert, die Bevölkerung redet mit

Bei der Fensterfabrik G. Baumgartner in Hagendorn steht ein Ausbau an. Dafür müssen Bebauungs- und Zonenplan angepasst werden. Die Bevölkerung kann sich das Projekt nun anschauen – und bei Interesse mitwirken.
Carmen Rogenmoser