Leserbrief
Gemeinderat stösst die Bürger vor den Kopf

«Nächste Runde im Streit ums Zythus-Areal», Ausgabe vom 22. Juni

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Nach der Ablehnung des Landkaufes im Röhrliberg für den Bau einer neuen Kantonsschule im Ennetsee durch die Stimmberechtigten der Gemeinde Cham sucht nun der Kanton Zug einen anderen Standort. Die Gemeinden Cham, Risch und Hünenberg sind vom Regierungsrat aufgefordert einen geeigneten Standort zu suchen. Nachdem ein Grossteil des Landes beim Zythus – in der Zone des öffentlichen Interesses – dem Kanton Zug gehört, könnte man der Gemeinde Hünenberg und den Kanton vorschlagen, diesen Standort für die neue Kantonsschule anzubieten. Es wäre möglich «kleinere» Flächenerweiterungen in diesem Bereich auch in diese Zone umzuzonen. Für die notwendigen Sportanlagen hätte es genügend Platz südlich des Tennisplatzes an der Dersbachstrasse.

Es gibt wohl kaum einen anderen Standort in den drei Ennetsee-Gemeinden der besser erschlossen ist als dieser. Hier gibt es die S-Bahn-Haltstelle Zythus und auch die Bushaltestellen sind vor Ort. Strassen und Wege sind ebenfalls schon vorhanden.

Beim Standort Zythus könnten über dem mehrstöckigen Kantonschulhaustrakt noch Alterswohnungen mit den notwendigen «sozialen Räumen und Einrichtungen» geplant und erstellt werden. In der Zone des öffentlichen Interesses erübrigt sich das Thema Ausnützung.

Die Gemeinde hätte zudem den Vorteil, dass sie im Seegebiet keine weiteren Schulräume erstellen müsste und auch Alterswohnraum anbieten könnte.

Othmar Hofmann, Hünenberg See


Ich war immer der Meinung, dass die Aufgabe eines Gemeinderates auch darin besteht, die Interessen der Einwohner zu schützen und gegebenenfalls auch gegenüber Dritten zu vertreten. Bei der Gemeinde Hünenberg ist das ganz offensichtlich nicht so, besonders nicht, wenn es sich um Einwohner des Seegebietes handelt. So wird eine Sammelstelle im Seegebiet, die sehr geschätzt wird, auch weil man dort vielseitig entsorgen kann, geschlossen, obwohl darum ersucht wurde, darauf zu verzichten.

Noch vor dieser Ankündigung war diese Behörde ausser Stande, die Buslinie, die das Seegebiet mit dem Dorf direkt verbunden hatte, und noch im Probebetrieb lief, aufrecht zu erhalten. Und nicht vergessen ist auch die eigenartig eingefädelte Angelegenheit betreffend einer Handy-Antenne neben der Eisenbahn-Haltestelle Hünenberg-Zythus, die dann aber aufgrund der Proteste doch zurückgezogen wurde.

Und nun wird ein Anliegen, das Zythus-Areal, das dem Kanton gehört, nicht, wie es der Kanton möchte, sondern wie es die Einwohner möchten, die hier wohnen und ja auch Steuern zahlen, weiter zu entwickeln. Nein man akzeptiert die Vorgaben des Kantons und stösst die Einwohner, die sich dagegen zur Wehr setzen mit vorauseilendem Gehorsam und rechtlichen Massnahmen einmal mehr vor den Kopf. Weshalb? Wieso wehrt sich der Gemeinderat von Hünenberg gegenüber dem Kanton nicht für seine Einwohner und übernimmt deren Argumente? Diese sind absolut legitim! Viel legitimer als die Argumente des Kantons.

Vielleicht sollten die Mitglieder des Hünenberger Gemeinderates auch einmal das Schicksalsgesetz studieren, das wie ein Bumerang wirkt. Dienen nicht herrschen wäre die Devise! Sie ist christlicher Art. Leben wir nicht in einem geografischen Gebiet, das als christlich gilt?

Gotthard Ritter, Hünenberg See