GEMEINDEVERSAMMLUNG: Hünenberger sagen deutlich Ja zum Schulhausprojekt

Der Gemeinderat kann die Erweiterung im Rony weiterverfolgen. Die SVP blieb mit ihrem Begehren chancenlos. Ein Antrag auf geheime Abstimmung scheiterte knapp.

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Das Schulhaus Rony in Hünenberg soll durch einen Ostflügel erweitert werden. (Bild: Stefan Kaiser (1. Juli 2015))

Das Schulhaus Rony in Hünenberg soll durch einen Ostflügel erweitert werden. (Bild: Stefan Kaiser (1. Juli 2015))

Nach dem Grossprojekt ist in Hünenberg vor dem Grossprojekt. Weil die Gemeinde im kantonalen Vergleich die meisten Schulkinder zählt, wie Gemeindepräsidentin Regula Hürlimann an der gestrigen Gemeindeversammlung sagte, muss entsprechend in Schulraum investiert werden.

Nicht allen der 184 anwesenden Stimmberechtigten gefiel es allerdings, dass bereits kurz nach Abschluss des 23 Millionen Franken teuren Ehret-B-Ausbaus gleich die nächste Investition ansteht. Für 18 Millionen Franken soll das Schulhaus Rony erweitert und saniert werden. Gestern ging es aber erst um einen Projektierungskredit von 1,54 Millionen Franken. Insbesondere mit Blick auf die finanzielle Zukunft der Gemeinde, die gemäss Finanzplan nicht gerade rosig aussieht, setzte SVP-Präsident Thomas Villiger ein Fragezeichen. Er stellte einen Rückweisungsantrag und forderte den Gemeinderat auf, das bestehende Schulhaus minimal zu sanieren und einen Pavillon zu erstellen. Er erhielt Unterstützung von einigen Votanten. «Wir zementieren heute bereits, dass wir demnächst 18 Millionen Franken ausgeben werden», erklärte etwa Markus Zimmermann. Er wies darauf hin, dass Hünenberg mit seinem Steuerfuss von 70 Prozent «bereits jetzt fast an hinterster Stelle im Kanton» liege. «Schulhäuser, ob sanierte, renovierte oder neu gebaute, benötigen wir. Da besteht eine gesetzliche Verpflichtung», entgegnete FDP-Präsident Dany Gygli, dessen Partei sich wie auch die CVP, die SP und das Grüne Forum auf die Seite des Gemeinderats stellte.

Bevölkerung will keinen Steuerrabatt

«Wir haben uns auch gefragt, ob es anders ginge», betonte Bauchef Thomas Anderegg bereits zuvor während seiner Ausführungen zum Projekt. Der Gemeinderat sei aber zum Schluss gekommen, dass eine Etappierung oder der Bau von Provisorien ebenfalls mit hohen Ausgaben verbunden wären.

Der Rückweisungsantrag von Seiten der SVP blieb chancenlos. Er wurde mit 115 zu 43 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag von Thomas Villiger auf geheime Abstimmung scheiterte wiederum nur knapp. Ein Sechstel der Anwesenden hätte sich dafür aussprechen müssen – 29 Hände gingen in die Höhe. Eine Niederlage einstecken musste die Volkspartei auch bei der Diskussion um das Budget 2017. Sie verlangte, aufgrund des Wegfalls des Solidaritätsbeitrags an den Kanton, einen Steuerrabatt von 2 Prozent. Die Bevölkerung wollte davon nichts wissen: Der Antrag wurde grossmehrheitlich abgelehnt.

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch