Die Gemeinde Risch-Rotkreuz verändert ihr Dorfzentrum

Sämtliche Geschäfte wurden an der Gemeindeversammlung vom
9. September in Risch-Rotkreuz gutgeheissen. Der Gemeinde steht ein grosses Bauprojekt bevor, das bis zum Jahr 2025 realisiert werden könnte.

Cornelia Bisch
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So könnte der Neubau für Wohnen im Alter in Rotkreuz aussehen. Die definitive Gestaltung der Aussenansicht steht noch nicht fest.

So könnte der Neubau für Wohnen im Alter in Rotkreuz aussehen. Die definitive Gestaltung der Aussenansicht steht noch nicht fest.

Visualisierung: PD

Acht Traktanden wurden an der Gemeindeversammlung Risch-Rotkreuz behandelt. Immerhin 162 Personen nahmen an der ersten Versammlung dieses Jahres teil. Eine weitere wird am 24. November folgen.

Ein bedeutendes Projekt, welches das Gesicht des Dorfzentrums wesentlich verändern wird, ist der Bebauungsplan Buonaserstrasse, welcher die Schaffung von Wohnraum im Alter vorsieht. Auf dem Areal werden voraussichtlich 60 altersgerechte Wohneinheiten sowie ein neues Pflegeheim als Ersatz für das Alterszentrum Dreilinden im Umfang von gesamthaft rund 60 Millionen Franken entstehen.

Bausynergien in der Höhe von vier Millionen Franken

«Der gleichzeitige Bau von Alterswohnungen und Pflegeheim mit angestrebten 73 Betten würde Bausynergien im Umfang von rund vier Millionen Franken ergeben», stellte Gemeindepräsident Peter Hausherr fest. Es würden nun diverse Abklärungen zur Umsetzung des Projekts vorgenommen. Die Versammlung genehmigte die Teiländerung des Zonenplans und der Bauordnung sowie den Bebauungsplan Buonaserstrasse anstandslos. «Damit haben wir heute einen wichtigen Pflock eingeschlagen», schloss Hausherr.

Einer Teiländerung der Bauordnung zur Einführung einer Mehrwertabgabe bei Um- und Aufzonungen sowie Bebauungsplänen stimmte die Versammlung ebenfalls diskussionslos zu.

Neuer Werk- und Ökihof

Gemeinderat Ruedi Knüsel stellte ein weiteres, bedeutendes Geschäft vor, die Standortentwicklung für den Bau eines neuen Werk- und Ökihofes. «Der bestehende Werkhof entspricht nicht mehr den Anforderungen der Gemeinde Risch, da die Bevölkerungszahlen gestiegen sind», betonte Knüsel. Die Suche nach einem alternativem Standort sei notwendig.

Im südlichen Gebiet der Gemeinde solle überdies ein zweiter Standort evaluiert werden. Geprüft werde auch ein alternatives Sammelkonzept mit dezentralen Sammelstellen. Für die Evaluation und die Machbarkeitsprüfungen der neuen Standorte wurde ein Objektkredit von 280 000 Franken genehmigt.

Badewassererwärmung verlängert die Saison

Das Freibad der Gemeinde Risch, das auch als Löschwasserbecken für die benachbarte Tankanlage dient, wurde im Jahr 1967 gebaut. «Schwimmbecken und Wasseraufbereitung müssen nun saniert werden», informierte Gemeinderat Ruedi Knüsel. Ein neues Edelstahlbecken mit einer Lebensdauer von 40 - 50 Jahren werde eingebaut. «Mit der Badewassererwärmung mittels Fernwärme der WWZ kann die Saison künftig um einen Monat von Anfang Mai bis Ende September verlängert werden», kündigte Knüsel an. Für die Freibadsanierung sprach die Versammlung einen Baukredit von 7,3 Millionen Franken.

Motion der Grünen sorgt für Diskussionen

Sämtliche Geschäfte wurden anstandslos genehmigt. Für Diskussionen sorgte einzig die Motion der Grünen, welche eine Überprüfung aller gemeindlichen Vorlagen auf Umwelteinflüsse fordert. Der Gemeinderat empfahl, die Motion als unerheblich zu erklären, da der administrative Aufwand einer solchen Regelung zu hoch wäre, wie Gemeinderat Markus Scheidegger betonte. Es seien bereits genügend Strategien vorhanden bezüglich Klimaschutz. «Bei der Sanierung und Erstellung von Gebäuden sind wir darauf bedacht, im Energiestandard zu bauen.»

Konradin Franzini, Vizepräsident der Grünen Risch-Rotkreuz, hob die Bedeutung der Motion für den Klimaschutz auf kommunaler Ebene hervor. Unterstützt wurde er durch weitere Wortmeldungen. Die Motion wurde schliesslich jedoch für unerheblich erklärt.

Die Entscheide

An der Gemeindeversammlung in Risch vom Mittwoch, 9. September, wurden folgende Beschlüsse gefasst:  Das Protokoll der Versammlung vom 26.11.2019 wurde genehmigt; die Jahresrechnung 2019 wurde angenommen; die Änderung der Bauordnung hinsichtlich der Schaffung einer Rechtsgrundlage zur Erhebung von Mehrwertabgaben wurde beschlossen; der Bebauungsplan Buonaserstrasse wurde genehmigt; der Standortentwicklung für einen neuen Werk- und Ökihof wurde zugestimmt; die Sanierung des Freibads Rotkreuz wurde beschlossen; die Motion von Urs Gassmann betreffend Lotsendienst wurde nicht erheblich erklärt; die Motion der Grünen Risch-Rotkreuz betreffend Umwelteinflüsse wurde nicht erheblich erklärt. (cb)

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