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Die «Fischerstube» in Zug ist ein gemütlicher Ort mit historischem Ambiente

Die «Fischerstube» in der Unter Altstadt hat im Dezember neu eröffnet. Betreiber und Besitzer des frisch renovierten Bar ist André Bliggenstorfer. Für ihn ist dies auch ein beruflicher Neuanfang.
Cornelia Bisch
André Bliggenstorfer in der «Fischerstube» während der Renovation. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

André Bliggenstorfer in der «Fischerstube» während der Renovation. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 3. August 2018)

In die «Fischerstube» an der unteren Altstadtgasse ist wieder Leben eingekehrt. Seit Mitte Dezember ist die gleichnamige Bar eröffnet. «Vor allem an den Wochenenden ist der Betrieb bis jetzt sehr gut gelaufen und auch sonst sind wir sehr zufrieden», erklärt Besitzer und Betreiber André Bliggenstorfer. Der Kaffeebetrieb sei samstags und sonntags ebenfalls erfolgreich angelaufen, unter der Woche jedoch weniger, weshalb er entschieden habe, die Bar an Werktagen erst abends zu öffnen.

Der 36-Jährige war bis vor einem Jahr noch als Elektroingenieur tätig, verlagerte nun aber sein berufliches Leben ganz hinter den Tresen. «Dass ich die Bar selber übernehme, habe ich im Frühjahr 2018 entschieden.» Während er sich mit der Bar-Thematik beschäftigt habe, habe er festgestellt, dass er die Gäste gerne selber bewirten möchte, erzählt Bliggenstorfer. «Es ist natürlich eine grosse Umstellung. Auch die Arbeitszeiten sind ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber es gefällt mir sehr.»

Vor zwei Jahren schloss die Vorgängerin, die «Blues Brothers Bar» ihre Tore. Fast unmittelbar danach startete André Bliggenstorfer mit der Planung der Renovationsarbeiten, die nicht nur die Bar, sondern das gesamte Gebäude umfassten. Es gehört ihm und seiner Schwester Nicole. Die beiden sind dort aufgewachsen. Sie und ihr Ehemann Alois Christen, ebenso wie André Bliggenstorfers Partnerin Claudia Beyss, arbeiten ebenfalls tatkräftig mit. Im Service und an der Bar wird das Team durch Aushilfen unterstützt. Später wird zusätzlich eine Vollzeit-Barchefin eingestellt.

Im Estrich wurden viele Relikte aus alten Zeiten der «Fischerstube» gefunden. Alte Menukarten, Postkarten, Fotos und Dokumente hängen an einer Wand im Lokal. (Bild: PD)

Im Estrich wurden viele Relikte aus alten Zeiten der «Fischerstube» gefunden. Alte Menukarten, Postkarten, Fotos und Dokumente hängen an einer Wand im Lokal. (Bild: PD)

Archäologische Funde

Ursprünglich war die Neueröffnung schon für März 2018 geplant. Doch die Bauarbeiten verzögerten sich. «Archäologen haben im Keller Münzen, Knochen und weitere Funde ausgegraben», erzählt Bliggenstorfer. Diese sind heute im Museum für Urgeschichte ausgestellt.

Dann seien Auflagen der Denkmalpflege hinzugekommen, etwa betreffend Balken an der Decke der neuen Bar, welche erhalten werden mussten. Den Ausbau des Kellers lehnte die Denkmalpflege zuerst ab, gab jedoch nach hartem Kampf schliesslich ihre Einwilligung dazu. «Nur so konnten wir den alten Gewölbekeller für die Gäste zugänglich machen», betont der Gastronom. Hier werden künftig Degustationen oder andere geschlossene Veranstaltungen stattfinden. Der Gewölbekeller kann für solche Zwecke gemietet werden. Bedient wird er ebenfalls von der Bar im Erdgeschoss aus.

Der Fischer, das Logo alte Logo der «Fischerstube» wurde an vielen Stellen in der Fischerstube aufgegriffen. Bereits beim Eintreten ins Lokal wird man vom beleuchteten Fischer begrüsst. (Bild: PD)

Der Fischer, das Logo alte Logo der «Fischerstube» wurde an vielen Stellen in der Fischerstube aufgegriffen. Bereits beim Eintreten ins Lokal wird man vom beleuchteten Fischer begrüsst. (Bild: PD)

Der frischgebackene Bartender serviert einige lokale Produkte wie Baarer Bier, Etter oder Heiners Gin. «Das regionale Sortiment wollen wir weiter ausbauen.» Später werde man zudem wechselnde Biere, Weine und Cocktails anbieten, «immer mal wieder etwas Neues eben.» Auch Themenabende und -wochen seien geplant. «Ein besonderes Highlight wird der Auftritt der Zuger Rockband Wake im März dieses Jahres sein», verrät Bliggenstorfer.

Die «Fischerstube» ist jedoch kein lautes Partylokal. «Wir möchten den Gästen einen Ort zum Verweilen bieten, wo sie am Nachmittag beim Kaffee ebenso gemütlich sitzen können, wie beim Feierabendbier und Cocktail am Abend», erklärt Bliggenstorfer. Die Nachbarn sind dem jungen Bartender wohlgesonnen. Sie wurden auch in die Konzeptplanung mit einbezogen.

Die weit über 600 Jahre alte Wand wurde freigelegt und gereinigt – nun trägt sie zum Ambiente der «Fischerstube» bei. (Bild: PD)

Die weit über 600 Jahre alte Wand wurde freigelegt und gereinigt – nun trägt sie zum Ambiente der «Fischerstube» bei. (Bild: PD)

Oberhalb der Bar sind im Zuge der Renovierungsarbeiten fünf 2- bis 5-1/2-Zimmer-Wohnungen gebaut worden sowie zwei Studios mit Bad. Sämtliche Wohneinheiten sind vermietet.

Ältester Keller Zugs

Wie einer im historischen Gebäude vorgefundenen Chronik unbekannter Urheberschaft entnommen werden kann, ist die «Fischerstube» mehr als 500 Jahre alt. Man nimmt an, dass sie der Fischerzunft als Zunftstube diente. Allerdings befand sich diese ursprünglich im ersten Obergeschoss. Das Erdgeschoss wurde als Fischverkaufshalle genutzt, wovon der eingemeisselte Fisch im Spitzbogen der Eingangstüre zeugt. 1936 ging das Gebäude in den Besitz der Familie Bliggenstorfer über. Beim Gewölbekeller handelt es sich vermutlich um das älteste Geschoss dieser Art in der Stadt Zug. (cb)

Hinweis
Infos unter www.fischerstube.ch

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