Generalversammlung
Die Kunsteisbahn Zug kommt mit einem «blauen Auge» davon

Die Saison 2020/2021 war schon im Januar 2021 zu Ende. Auch anderswo brachen bei der Kunsteisbahn Zug die Einnahmen weg. Die Stadt Zug aber auch der EVZ halfen mit, dass die Bilanz der Kunsteisbahn AG nicht deponiert werden musste. Auch der EVZ zahlte immer pünktlich.

Marco Morosoli
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Die Kunsteisbahn Zug hat die Saison trotz schwieriger Umstände verhältnismässig gut überstanden.

Die Kunsteisbahn Zug hat die Saison trotz schwieriger Umstände verhältnismässig gut überstanden.

Bild: Maria Schmid (13. Oktober 2020)

In ihrem Geschäftsbericht für die Saison 2020/21 weist die Kunsteisbahn Zug AG (KEB) 74 Betriebstage der Aussenanlage aus. Im Jahr zuvor (2019/2020) waren es noch deren 163. Es braucht auch die wichtigen weiteren Einnahmequellen. Plauschmatches fanden nur bis September 2020 statt. Auch die verschiedenen Generalversammlungen (Zuger Kantonalbank, WWZ) fielen aufgrund kantonaler wie auch eidgenössischer Richtlinien im Zuge der Coronavirus-Pandemie ins Wasser. Da erstaunt es, dass die Kunsteisbahn im vergangenen Betriebsjahr nur gerade einen Verlust von 13700 Franken ausweisen muss. Dies erfuhren die Aktionäre am Samstag an der Generalversammlung im Legends Club in der Bossard-Arena.

Der Kunsteisbahn-Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wild hat in seinem Bericht zuhanden der Generalversammlung wie immer kein Blatt vor den Mund genommen. Das Geschäftsjahr 2020/21, über welches nun debattiert würde, «begann mit einer gewissen Zuversicht», aber damit «war es schnell fertig». Im Herbst 2020 gab es drei EVZ-Spiele mit Zuschauern. Ab dann habe das EVZ-Publikum die ausserordentlich erfolgreiche Saison mit dem Gewinn des zweiten Meistertitels nur aus der Ferne geniessen können.

Bei den vorgenannten Einschränkungen erstaunt es nicht, dass die KEB die Stadt Zug um ein Darlehen von 200'000 Franken bitten musste. Die Stadt Zug ist ja bekanntlich der grösste Aktionär der Kunsteisbahn AG. Mit André Wicki, er ist als Stadtrat Vorsteher des Finanzdepartements, sitzt ein Vertreter der Stadt Zug im Verwaltungsrat der Kunsteisbahn. Zu diesem Kredit kam noch ein weiterer Coronavirus-Kredit, den die Kunsteisbahn bereits im Vorjahr in Anspruch genommen hatte. Die beiden Zuschüsse betrugen 420'000 Franken. Ohne diese finanzielle Stütze hätte die KEB wohl den Gang zum Konkursrichter antreten müssen. Zudem führte die Betriebsleitung Kurzarbeit ein.

Der EVZ kam seinen Mietpflichten immer im vollen Umfang nach

Der KEB-Verwaltungsratspräsident Hans-Rudolf Wild erwähnte in seinem Jahresbericht auch, dass die EVZ AG wie auch die EVZ Gastro AG des amtierenden Schweizer Meisters ihre Mieten immer pünktlich und ohne jeglichen Abzug bezahlt habe. Wild sagte denn auch: «Der EVZ hat damit wesentlich dazu beigetragen, dass die Liquidität der Kunsteisbahn Zug AG gesichert blieb.» Die Zusammenarbeit mit den beiden EVZ-Unternehmen seien in den vergangenen Jahren trotz der schwierigen Lage sehr positiv und ausgesprochen angenehm verlaufen. Mitglieder des Grossen Gemeinderats haben derweil andere Erfahrungen gemacht: In einer Debatte des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug vom 31. August 2021 ging es um einen städtischen Beitrag von 250'000 Franken für die Winteruniversiade. Diese Veranstaltung trägt einen Teil des Eishockeyturniers in der Bossard-Arena aus.

Im Gemeinderat entbrannte dann eine grosse Diskussion, in der es weniger um den Zuschuss, sondern vielmehr um den EV Zug ging. Gemeinderat Martin Iten (Alternative-die Grünen) stellte dabei fest, dass mit diesem Zuschuss von 250'000 Franken etwas Gutes getan werde, «in Wirklichkeit aber wird vor allem auch wieder einmal dem EVZ ein grosses ‹Batzeli› zuschgeschoben». Auch andere Gemeinderäte machten bei besagter Debatte zum grossen «Schlag den EVZ» mit. Der glp-Parlamentarier Stefan W. Huber legte sich Ende August ebenfalls ins Zeug. Er geisselte die hohe Eismiete für die Winteruniversiade. Diese läge mehr als fünf Mal höher als diejenige des EVZ. Dadurch, dass der EVZ das Eis billiger mieten könne, habe die Kunsteisbahn AG natürlich keinerlei Interesse daran, dem EVZ auch «nur einen Franken des staatlich subventionierten Gewinns streitig zu machen». Stadtrat André Wicki versuchte dann klarzustellen: «Die KEB ist für den Betrieb und den Unterhalt aufgestellt, nicht aber, um die Bossard-Arena zu vermarkten. Die Vermarktung erfolgt deshalb über die EVZ-Gastro AG.»

Möglicherweise sind solche emotionsgeladenen Diskussionen bald Vergangenheit. In seinem Bericht an die Generalversammlung schreibt Hans-Rudolf Wild: «Wie den Berichten des Stadtrats entnommen werden konnte, wird darüber nachgedacht, nicht nur die Anlagen, sondern auch den Betrieb dieser Anlagen insgesamt der EVZ-Gruppe zu übertragen.» Dies im Zuge der Idee, die Kapazität der Bossard-Arena zu vergrössern.

Die Naturaldividende ist bis auf weiteres ausgesetzt

Obwohl die Kunsteisbahn Zug AG für das Betriebsjahr 2020/21 nur einen Verlust von 13'700 Franken schrieb, entfällt in diesem Jahr die als Naturaldividenden vergebenen Eintrittstickets zu Gunsten der Aktionäre. Wie Wild festhält, sei die Ausrichtung der Naturaldividende «bis auf weiteres nicht mehr möglich». Diese Massnahme rechtfertigte Wild auch damit, dass «die Aussichten in den kommenden Monaten immer noch ungewiss sind.»

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