Muri: Generationen tauschen sich im Zukunfts-Kafi aus

Beim Zukunfts-Kafi in Muri wurden Wünsche für die Zukunft der Gemeinde formuliert.

Eddy Schambron
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Verschiedene Generationen diskutierten am Zukunfts-Kafi über das Zusammenleben in der Gemeinde. (Bild: Eddy Schambron)

Verschiedene Generationen diskutierten am Zukunfts-Kafi über das Zusammenleben in der Gemeinde. (Bild: Eddy Schambron)

Auch wenn die junge Generation nur bescheiden vertreten war: Gemeinderätin Yvonne Leuppi zeigt sich nach dem Zukunfts-Kafi, einer Denkveranstaltung für generationenübergreifende Projekte, zufrieden: «Es war ein reichhaltiger, kreativer und angeregter Gedankenaustausch. Diese Energie, diese Ressourcen und Kompetenzen gilt es jetzt abzuholen und zu nutzen.» Am Zukunfts-Kafi wurde diskutiert, wie und wo sich Jung und Alt in Muri begegnen können, wo der Schuh drückt, aber auch, wo es gut läuft im Klosterdorf.

Es sollte ein Stimmungsbild zum Zusammenleben in der Gemeinde entstehen, erarbeitet von der Bevölkerung, Vereinen, Organisationen, Politik und Verwaltung. Die Projektideen sollen jetzt bis zur Umsetzungsreife konkretisiert und den zuständigen Behörden und Organisationen vorgelegt werden.

Die Sonnen- und Schattenseiten von Muri

Rund 70 Personen beteiligten sich in der Turnhalle Badweiher am von der Gemeinde Muri organisierten und vom Kanton Aargau, von der Generationenakademie und von der ProjektForum AG unterstützten Anlass. Noch dieses Jahr wird entschieden, welches Projekt wie weiter verfolgt werden soll, erklärt Leuppi.Schnell kristallisierte sich heraus, was gut ist in Muri und was nicht: Alles vorhanden für die Gesundheitsversorgung, ein gutes Angebot für das tägliche Leben, reichhaltige kulturelle Anlässe und Möglichkeiten, ein vielseitiges Vereinsleben liegen ganz oben in der positiven Waagschale, auf der negativen die Verkehrsprobleme, das Fehlen eines Ortsbusses, die schlechten Bedingungen für den Langsamverkehr. Das zieht sich durch alle Generationen hindurch, wobei es schon Unterschiede gibt: Es fehle der Gemeinde an einer Umweltstrategie, sagten die Jungen, und das Leben finde eher in der Stadt statt «und geschlafen wird in Muri». Positiv in diesem Zusammenhang: die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr bis spät in die Nacht hinein. Bei den Älteren drückte sich die Befürchtung aus, dass die Bautätigkeit «das Dorf schnell zur Kleinstadt» macht und dass Integration nicht mehr wirklich gelebt wird. Ausserdem würden generationenübergreifende Treffpunkte – «ausser die Badi im Sommer» weitgehend fehlen. Themen waren auch teure Wohnungen und zu geringe Grünflächen. Muri ist, neben Zofingen, eine Pilotgemeinde im kantonalen Projekt generationenübergreifendes Zusammenleben in den Gemeinden. «Das passt zu uns», betonte Leuppi, «wir sind ein Ort, wo alle Platz haben.» Auch im Leitbild der Gemeinde von 2018 sei die Integration nicht nur von Fremdsprachigen festgehalten. Die zwei Moderatoren Andi Limacher und Stefan Tittmann von der Projektforum AG führten die vier Gruppen – Junge bis 25, 35 bis 50 Jahre, 50 Jahre bis Pensionsalter und 65 plus – durch den Gedankenaustausch, vermischten dabei auch die Generationen und formulierten als Ziele, die wichtigen Themen in Dorf zu benennen, Projektideen für den Folgeprozess zu entwickeln, einen anregenden Raum für Begegnungen zwischen Vereinen, Organisationen und der Politik sowie eine zukunftsgerichtete Atmosphäre zu schaffen. In Zofingen beteiligten sich 55 Personen an diesem Zukunfts-Kafi, in Muri waren es 70 Leute.