GERICHT: «Lausanne» wirkt zu Gunsten des Angeklagten

Ein Manager informiert die Polizei spät über einen Selbstunfall. Wollte er so einen Alkoholtest vermeiden?

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Ein Gerät der Zuger Polizei, um den Alkoholwert bei Autolenkern zu testen. (Bild: Zuger Polizei)

Ein Gerät der Zuger Polizei, um den Alkoholwert bei Autolenkern zu testen. (Bild: Zuger Polizei)

Am Klaustag vor zwei Jahren war ein 52-jähriger Geschäftsmann nachts um 1.15 Uhr in Zug mit dem auto unterwegs. Mit seinem BMW geriet er in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn und darüber hinaus. Der Wagen blieb erst nach 20 Metern Fahrt über die Wiese stehen. Dabei touchiert er einen Randleitpfosten und einen zwei bis zweieinhalb Meter hohen Holzmasten für die Strassenbeleuchtung.

Erst am andern Tag gestand er der Polizei den Selbstunfall. Deshalb stellte sich jetzt an der Gerichtsverhandlung die Frage, ob der Mann wohl Grund gehabt habe, sich erst am andern Tag zu melden – vielleicht war er ja alkoholisiert unterwegs gewesen. Die Richterin verurteilte den Mann zwar wegen des Unfalls und seines Verhaltens zu einer Busse von 5000 Franken. Aber über den Hintergedanken, einen Akloholtest zu vermeiden, war sie sich nicht sicher.

Christian Volken