GERICHT: Prozess gegen Brandstifter verzögert sich

In einer Bar in der Zuger Innenstadt hat es vor fünf Jahren gebrannt. Ein erster Gerichtstermin ist diese Woche geplatzt – weil noch Fragen offen sind.

Marco Morosoli
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Vor fünf Jahren wurde in der «Melons Lounge» an der Zuger Pilatusstrasse ein Feuer gelegt. Bis heute wurde aber noch niemand verurteilt. (Archivbild PD)

Vor fünf Jahren wurde in der «Melons Lounge» an der Zuger Pilatusstrasse ein Feuer gelegt. Bis heute wurde aber noch niemand verurteilt. (Archivbild PD)

Am Fasnachtsdienstag 2009 hat es in einer Bar an der Zuger Pilatusstrasse frühmorgens gebrannt. Noch am gleichen Tag meldete die Zuger Polizei: Das Spurenbild deutet eindeutig auf Brandstiftung hin. Weiter war in der gleichen Medienmitteilung zu lesen, dass eine Person festgenommen worden sei. Am letzten Dienstag stand wohl diese Person – ein 40-jähriger Schweizer – vor dem Zuger Strafgericht. Die Anklageschrift der Staatsanwältin Martina Weber hat auf drei Seiten Platz. Der Vorwurf: versuchte qualifizierte Brandstiftung. Das geforderte Strafmass: drei Jahre Freiheitsstrafe. Für die Hälfte, das heisst für 18 Monate, soll der Mann ins Gefängnis, der Rest soll bedingt vollzogen werden.

Hinter der Bartheke habe der Beschuldigte mittels Rechaudkerzen das Feuer entzündet. Wohl nur kurze Zeit später – um 4.50 Uhr – bemerkte eine Hausbewohnerin, dass Rauch aus der aufsteigt. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen. Vorgestern nun hätte das Zuger Strafgericht über den Fall urteilen sollen. Doch soweit ist es noch nicht gekommen. Der amtliche Verteidiger des 40-jährigen mutmasslichen Brandstifters, stellte noch vor der eigentlichen Befragung einen Beweisantrag. Er verlangte, dass verschiedene Mietverträge zwischen seinem Mandanten und der Eigentümerin, respektive einer anderen Mietpartei, zu den Prozessakten genommen werden sollen.

Im Frühling geht es weiter

Nach einer kurzen Verhandlungspause beschliesst das Richterkollegium, die Verhandlung zu vertagen und neu anzusetzen. Bei diesem neuen Termin sollen zwei Zeuginnen beigezogen werden. Dabei handelt es sich um die Eigentümerin und eine Mieterin, welche Räume im gleichen Geschoss wie der mutmassliche Brandstifter nutzten.