GERICHT ZUG: 18-Jähriger schlug 50 Mal zu

Immer wieder startete der junge Zuger auf regelrechte Verwüstungstouren im ganzen Kanton Zug. Nun muss er tief in die Tasche greifen.

Stephanie Hess
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Schläger im Bahnhof Zug (gestellte Szene). (Symbolbild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Schläger im Bahnhof Zug (gestellte Szene). (Symbolbild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

In rund 70 Delikten hat Staatsanwältin Martina Weber einen 22-jährigen Schweizer angeklagt. In 50 davon ist der junge Zuger geständig. Er sagt: «Heute kann ich nicht mehr verstehen, weshalb ich das alles getan habe.»

Ab Frühling 2008 bricht der damals 18-Jährige gemeinsam mit vier Kollegen in immer verschiedenen Konstellationen während rund eines Jahres zu regelrechten Verwüstungstouren auf: Sie dringen in das Hallenbad Röhrliberg ein, in Baustellenbaracken, in eine Spenglerei, in Tiefgaragen, Imbisswagen, Schrebergartenhäuschen, Kellerabteile und ins Kulturzentrum Galvanik. Gemeinsam zünden die Kollegen ein Velo, ein Mofa, eine Gasflasche, gestapeltes Brennholz, einen Abfalleimer und einen Baum an. Im Herbst fallen den Männern dann diverse Autos zum Opfer. In Tiefgaragen schlagen sie die Autoscheiben ein und nehmen alles an sich, was sie darin finden. Dazu kommen noch mehrere andere Delikte. An vieles, was in diesem Jahr passiert ist, kann oder will sich der 22-Jährige nicht mehr erinnern.

In sechs Tatvorwürfen stellt Marc Siegwart das Verfahren gegen den jungen Mann schliesslich ein, in 13 Vorwürfen spricht er ihn frei oder teilweise frei. Für die restlichen Delikte kassiert der Schweizer eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten, sechs davon muss er absitzen. Zudem wird der bedingte Vollzug der früheren Strafbefehle widerrufen. Einige Privatkläger muss der junge Mann mit insgesamt rund 20 000 Franken entschädigen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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