GERICHTE: Suspendierter Zuger Kantonsrichter tritt zurück

Ein im Sommer 2013 freigestellter Zuger Kantonsrichter ist zurückgetreten. Er tritt definitiv eine Stelle beim Kanton als "Jurist mit besonderen Aufgaben" an, wie er am Wochenende mitteilte. Er hatte diesen Job Anfang August versuchsweise übernommen.

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Bild: Stefan Kaiseer / Neue ZZ

Bild: Stefan Kaiseer / Neue ZZ

Der Richter war seit 1986 am Kantonsgericht Zug tätig, zunächst als Gerichtsschreiber und ab 1993 als Kantonsrichter. Grund für die Freistellung im Sommer 2013 war ein seit mindestens 2011 dauernder Konflikt unter den Richtern.

Die Stimmung war schliesslich so schlecht, dass sich das Gericht selber einen Verhaltenskodex auferlegte, der Mobbing, herablassende Äusserungen und unsachliche Kritik untersagte. Der Streit war damit allerdings nicht beendet. Auch ein Arbeitspsychologe und ein alt Bundesrichter konnten nicht schlichten. Es kam zur Suspendierung.

Ein über 100-seitiger Bericht kam zum Schluss, dass der Richter verschiedene Amtspflichten verletzt hatte. Der Richter bestritt die Vorwürfe und bezichtigte seine ehemaligen Kollegen des Mobbings.

Das Obergericht und der suspendierte Richter konnten sich auf einen Vergleich einigen, der einen "beidseitigen Neubeginn" ermöglichen soll. Der Richter übernahm zunächst für dreieinhalb Monate im Generalsekretariat der Direktion des Innern eine Stelle als Jurist mit besonderen Aufgaben und in besonderer Stellung.

Er tritt diese nun definitiv an und erklärte die Demission als Mitglied des Kantonsgerichts Zug per 15. November. (sda)