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GESELLSCHAFT: Sie bringen Zuger Nachbarn näher zusammen

In der Stadt Zug gibt es neuerdings eine Kiss-Genossenschaft. Es geht dabei nicht ums Küssen, sondern um Nachbarschaftshilfe. Die Initianten Tabea Zimmermann und Richard Rüegg haben sich viel vorgenommen.
Samantha Taylor
Richard Rüegg und Tabea Zimmermann leiten die Kiss- Genossenschaft der Stadt Zug. (Bild Werner Schelbert)

Richard Rüegg und Tabea Zimmermann leiten die Kiss- Genossenschaft der Stadt Zug. (Bild Werner Schelbert)

Samantha Taylor

«Small and simple – klein und einfach»: So lautet das Credo des Vereins Kiss. Und nach diesem Grundsatz organisiert der Verein rund um die Zuger Gründerin Susanna Fassbind mit seinen Genossenschaften die moderne Nachbarschaftshilfe (siehe Box). Die erste Kiss-Genossenschaft im Kanton wurde vor etwas mehr als einem Jahr in Cham gegründet. Nach Luzern, dem Oberfreiamt und Obwalden zieht jetzt auch die Stadt Zug nach. Am 5. September wurde die Kiss-Genossenschaft Zug gegründet. Präsidiert wird sie von Tabea Zimmermann Gibson (46). Vizepräsident ist Richard Rüegg (56). Die beiden sind in der Stadt keine Unbekannten. Beide sitzen im Stadtparlament: Zimmermann, die als Kantonsschullehrerin in Luzern arbeitet, für die Alternative-die Grünen, Rüegg, der ein eigenes Elektrounternehmen in Zug führt, für die CVP. Beide sind ausserdem in ihren Quartieren Guthirt und Herti aktiv.

«Ich war an einer Informationsveranstaltung, und die Idee hat mich auf Anhieb überzeugt», sagt Tabea Zimmermann. Sie habe deshalb ihr Interesse signalisiert, beim Aufbau der Stadtzuger Genossenschaft mitzuwirken. Ähnlich ging es Richard Rüegg. Er habe bei der Anfrage von Tabea Zimmermann «nicht Nein sagen können», sagt er lachend. «Ich finde es aber auch wirklich eine gute Sache und bin überzeugt, dass die Quartiere und die Nachbarschaftshilfe für unsere Gesellschaft enorm wichtig sind», so der Vizepräsident.

Einige Tücken

Und so hat sich das Team an die Arbeit gemacht. Inzwischen wurden in allen Zuger Quartieren Informationsveranstaltungen durchgeführt, rund 100 Interessierte haben sich gemeldet, und zwei Koordinatorinnen führen Gespräche mit den ersten Genossenschaftern. Daneben sei man auch daran, die Kiss-Kafis, in denen sich die Genossenschafter treffen und austauschen können, zu organisieren. «Wir brauchen dazu geeignete Räume in den Quartieren. Es ist gar nicht so einfach, solche zu finden», sagt Richard Rüegg.

Überhaupt bietet die Stadt Zug für ein Projekt wie Kiss einige Herausforderungen. «Es gibt ziemliche Unterschiede in den Quartieren», sagt Rüegg. Vor allem in den neueren Gebieten im Westen der Stadt, wie etwa im Feldhof oder im Feldpark, sei es nicht einfach, an die Leute ranzukommen. «Wir haben das bei den Veranstaltungen gemerkt. In den alten Quartieren kennt man sich noch eher, und da greifen die gewachsenen Strukturen besser», so Rüegg. Sowohl er wie auch Zimmermann sind jedoch überzeugt, dass diese Grundlage auch in den neueren Quartieren geschaffen werden kann. «Kiss kann viel dazu beitragen. Und ich bin sicher, es gibt viele Leute, die sich engagieren möchten, wenn sie das System erst mal kennen», sagt Zimmermann.

Jetzt wird gefeiert

Genau das sind die Hoffnung und der Antrieb des Führungsteams. «Die Nachbarschaft und das Zusammenleben in den Quartieren, das ist der Kitt in unserer Gesellschaft, und zu diesem Kitt müssen wir Sorge tragen», ist Zimmermann überzeugt. Dem stimmt auch Rüegg zu. «Die Leute sollen sich wieder kennen lernen. So kann Zug persönlicher werden.» Darum hoffen Zimmermann und Rüegg, dass aus den 100 Interessierten im ersten Jahr 100 Mitglieder werden. «Schön wäre, wenn sich dieses Wachstum dann kontinuierlich fortsetzt, sodass wir in zwei Jahren rund 250 Mitglieder haben und dass wir die Genossenschaften in die Quartiere übergeben können», sagt Zimmermann.

Dieses Vorhaben kommt auch bei den offiziellen Stellen gut an. «Die Stadt hat sehr positiv auf unser Vorhaben reagiert, und wir führen aktuell Gespräche, wo der Einsatz von Kiss benötigt wird», sagt Zimmermann. Stadtrat Urs Raschle wird denn auch gemeinsam mit Regierungsrätin Manuela Weichelt an der Gründungsfeier der Stadtzuger Genossenschaft dabei sein. Diese findet statt am Mittwoch, 21. September, um 18 Uhr im Alterszentrum Neustadt. Geboten werden neben einem Apéro auch musikalische Unterhaltung und ein Referat von ETH-Professor Theo Wehner zum Thema «Was bringt die Freiwilligenarbeit – was ist der Vorteil der Zeitvorsorge?». «Wir freuen uns sehr auf den Anlass und hoffen natürlich, dass wir weiter Mitglieder gewinnen können», sagt Zimmermann.

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