GESUNDHEIT: 24-Stunden-Spitex ab 2015 im Kanton Zug

Pflegebedürftige im Kanton Zug werden ab 2015 auch nachts betreut werden. Die elf Zuger Gemeinden spannen zusammen.

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In einer ersten Etappe wollen die Gemeinden auf den 1. Januar 2015 sieben Leistungsvereinbarungen abschliessen. (Symbolbild Keystone)

In einer ersten Etappe wollen die Gemeinden auf den 1. Januar 2015 sieben Leistungsvereinbarungen abschliessen. (Symbolbild Keystone)

«Die Einführung einer kantonsweiten Nachtspitex ist auf gutem Weg», erklärt Berty Zeiter, Sozialvorsteherin von Baar und Präsidentin der Kommission Langzeitpflege. Die elf Zuger Gemeinden wollen während der Nacht ab Januar 2015 die sogenannte spitalexterne Palliative Care anbieten. Der Grund: Der Kanton hat sich aufgrund des revidierten Spitalgesetzes aus der Langzeitpflege zurückgezogen und überträgt den Gemeinden die Aufgaben in diesem Bereich.

Im Schlussbericht der Arbeitsgruppe «Umsetzung Änderung Spitalgesetz» wurden 16 Leistungen definiert, die in den Bereich der spezialisierten Langzeitpflege gehören. In einer ersten Etappe wollen die Gemeinden auf den 1. Januar 2015 nun sieben Leistungsvereinbarungen abschliessen. Folgende Aufträge werden im Amtsblatt ausgeschrieben:

  • Akut- und Übergangspflege, stationär
  • Slow-Stream Rehabilitation stationär
  • Tagesheim
  • Tag-Nachtstation
  • spitalexterne Palliative Care (ambulant, während der Nacht), inkl. Nachtspitex


Zwei Leistungen möchte die Kommission Langzeitpflege an die bisherigen Leistungserbringer direkt vergeben, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die ambulante Akut- und Übergangspflege wird vom Verein Spitex Kanton Zug bereits heute erbracht, und die Abteilung für junge pflegebedürftige Menschen besteht seit einigen Jahren schon im Pflegezentrum Baar.

Laut Berty Zeiter sei das Ziel, den pflegebedürftigen Leuten ein besseres Angebot zu bieten: «Wir wollen, dass die Patienten länger in der häuslichen Umgebung bleiben können.» Zudem wolle man die Angehörigen besser unterstützen. Dabei gelte der Grundsatz «Ambulant vor stationär». Gleichzeitig wird durch das 24-Stunden-Angebot das Sterben zu Hause mit einer schweren Krankheit möglich, wenn dies gewünscht ist.

«Damit können die Gemeinden, die Betagten und die Krankenversicherungen bei den anfallenden Langzeitpflegekosten sparen», so Zeiter. «Wir wollen ein unkompliziertes und effizientes Angebot schaffen», fügt sie an. Mehrkosten werde es für die betroffenen Personen keine geben.

Hinweis:
Der Schlussbericht der Arbeitsgruppe «Umsetzung Änderung Spitalgesetz» kann auf der Homepage jeder Zuger Gemeinde heruntergeladen werden.

Gute Erfahrungen in Luzern

Die Spitex Stadt Luzern gehört zu den Pionieren bei der 24-Stunden-Betreuung. In der Stadt wurde diese 1996 eingeführt; heute wird sie auch für Agglomerationsgemeinden angeboten. Nachts sind jeweils zwei Personen im Einsatz. Sie machen geplante Hausbesuche und halten sich für Notrufe bereit. «Dank der nächtlichen Betreuung können unsere Kunden länger zu Hause wohnen. Es werden weniger Plätze in Pflegezentren benötigt», sagt der stellvertretende Geschäftsleiter Dominic Illi. Die Erfahrungen seien deshalb sehr gut. Aber: «Aufgrund der Arbeitszeiten gestaltet es sich eher schwierig, gut qualifiziertes Personal im Abendund Nachtdienst zu finden.»

pd/rem/cgl