GESUNDHEIT: Bundesrat im Gegenwind

Die Zuteilung in die bisherigen drei Prämienregionen soll geändert werden, was in vielen Kantonen für grossen Unmut sorgt. Doch was ändert sich in Zug?

Charly Keiser
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Martin Pfister Zuger Gesundheitsdirektor: «Die Kantone werden angehört.» (Bild: pd)

Martin Pfister Zuger Gesundheitsdirektor: «Die Kantone werden angehört.» (Bild: pd)

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Der Bund will die Prämienregionen für die Krankenkasse ändern. In zahlreichen Kantonen laufen vor allem die Gemeinden dagegen Sturm.

Im Kanton Zug ist es um den Plan des SP-Bundesrats Alain Berset auffällig ruhig. Warum, verrät Zugs Gesundheitsdirektor Martin Pfister: «Der Vorschlag des Eidgenössischen Departements des Innern sieht vor, dass der Kanton Zug wie bisher nur eine Prämienregion umfasst», beruhigt Regierungsrat Martin Pfister.

Zuständigkeit liegt beim Bund

Doch die Kantone sind nicht autonom und müssen die von Bern verordnete Einteilung akzeptieren. «Die Zuständigkeit liegt beim Eidgenössischen Departement des Innern», bestätigt der Gesundheitsdirektor. Dieses lege die Prämienregionen fest. Die Kantone würden lediglich im Rahmen einer Vernehmlassung angehört.

Ist der Kanton Zug im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen von den geplanten Änderungen nicht betroffen? «Das Eidgenössische Departement des Innern hat im Sinne einer Grundannahme festgelegt, dass Kantone mit einem Versichertenbestand unter 200000 nicht in verschiedene Prämienregionen aufgeteilt werden», löst Pfister auf. Zudem habe sich das Eidgenössische Departement des Innern für eine Definition der Prämienregionen auf Bezirksebene gemäss dem amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz entschieden. «Da der Kanton Zug keine Bezirke hat, kommt er auch unter diesem Aspekt nicht für eine Aufteilung in verschiedene Prämienregionen in Frage.»

Je städtischer, desto höher die Gesundheitskosten

Ganz anders ist zum Beispiel die Lage im Kanton Luzern. Dort gibt es, wie anderswo, drei Regionen: In der Region 1 sind die Prämien am teuersten, in der Region 3 am günstigsten. Hier gilt die Faustregel: Je städtischer ein Gebiet ist, desto höher sind die Gesundheitskosten. Deshalb sind dort auch die Prämien höher. Städte liegen also in der ersten Prämienregion, sehr ländliche Gebiete in der dritten. Da aber Bezirke ländliche und städtische Gebiete vereinen, würden die Prämien in den ländlichen Gebieten des Kantons Luzern steigen.

Keine Veränderung der Prämieneinnahmen

Die Neuregelung der Prämienregionen hätte auf einzelne Gemeinden grosse Auswirkungen, auf die gesamten Prämieneinnahmen aber keine. «Sie ist eine Umverteilung, ein Nullsummenspiel», wie Daniel Habegger vom Branchenverband Santésuisse auf Anfrage unserer Zeitung bereits früher erklärte. So würden auch die Krankenversicherer nicht von der Neuverteilung profitieren. Santésuisse kämpft gegen die Vorlage. Für die Versicherer sei sie politisch motiviert und ein Schritt hin zur Einheitskasse.