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GESUNDHEIT: Deutschkenntnisse bei Ärzten wird Kantonsratsthema

Die Sprachkenntnisse von Ärzten aus dem Ausland sorgen immer wieder für Diskussionsstoff. Nun muss sich auch die Zuger Regierung mit dem Thema beschäftigen.
Samantha Taylor
Kantonsrat Daniel Stadlin (GLP/Zug) will wissen, wie es um die Sprachkompetenz in der Zuger Ärzteschaft steht. Symbolbild: Getty

Kantonsrat Daniel Stadlin (GLP/Zug) will wissen, wie es um die Sprachkompetenz in der Zuger Ärzteschaft steht. Symbolbild: Getty

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist zentral, nicht zuletzt, um Vertrauen aufzubauen. Diese Ansicht vertritt auch der Stadtzuger GLP-Kantonsrat Daniel Stadlin. Umso wichtiger findet es Stadlin, dass Ärzte über ausreichende Sprachkompetenzen verfügen und sich in einer der Schweizer Landessprachen ausdrücken können.

Stadlin hat zu diesem Thema eine Interpellation eingereicht. Darin führt er aus, dass in der Schweiz die Sprachkompetenz der Ärzteschaft in ungenügender Weise geprüft werde. «Obwohl dies für Patientinnen und Patienten fatale Folgen haben kann, bis zu Todesfällen nach Verständigungsproblemen.» Heute habe ein Drittel der in der Schweiz berufstätigen Ärzteschaft ein ausländisches Diplom. Die meisten von ihnen würden zwar aus Deutschland stammen. «Die Zahl jener Ärzte, die aus EU-Ländern stammen, in denen weder Deutsch noch Französisch oder Italienisch gesprochen wird, nimmt aber stetig zu. Es arbeiten immer mehr Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz, die sich in keiner der vier Landessprachen klar ausdrücken können», kritisiert der Kantonsrat. Die Schweiz stelle in diesem Bereich – im Gegensatz zu anderen EU-Ländern – zu lasche Anforderungen an die Sprachkompetenzen der Ärzteschaft, so Stadlin weiter. Er führt als Beispiel das Südtirol an. Wer beispielsweise in Bozen praktizieren wolle, müsse Prüfungen in Deutsch und Italienisch bestehen. Auch in Deutschland sei das ähnlich. «In der Schweiz hingegen ist die Anerkennung des Ärztediploms nicht an die Beherrschung einer Landessprache geknüpft», so Stadlin.

Sprachniveau B2 als Basis

Der GLP-Kantonsrat will nun von der Regierung wissen, wie es um die Sprachkenntnisse der Ärzte im Kanton Zug aussieht. So fragt er nach der Zusammensetzung der Nationalitäten sämtlicher im Kanton praktizierender Ärzte. Weiter will Stadlin wissen, was die Regierung unternehme, um die erforderlichen Sprachkompetenzen der praktizierenden ausländischen Ärzte zu gewährleisten, einerseits in den Spitälern und andererseits in den Arztpraxen. Und schliesslich fragt Stadlin: «Wie stellt sich der Regierungsrat dazu, bei den ausländischen Ärztinnen und Ärzten für die Zulassung zur Praktizierung des Ärzteberufs das Sprachniveau B2 zu verlangen?»

Auslöser für Daniel Stadlins Anfrage seien diverse Beispiele auf nationaler Ebene gewesen. «Das Thema wird immer wieder diskutiert», so der GLP-Kantonsrat. Er kennt im Kanton selbst kein Beispiel, bei dem es Probleme gegeben habe. Der Zeitpunkt für die Anfrage ist nicht zufällig gewählt, wie Daniel Stadlin erklärt. «Ab dem Jahr 2018 müssen die Kantone bei den privatwirtschaftlich und in eigener fachlicher Verantwortung praktizierenden Ärztinnen und Ärzten bei der Beantragung der Berufsausübungsbewilligung die Sprachkenntnisse überprüfen», so Stadlin. Dies aufgrund einer Gesetzesrevision. Daniel Stadlin ist darum der Ansicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt sei, eine Diskussion darüber zu führen. «Der Kanton Zug muss sich überlegen, wie er diese Überprüfung der Sprachkompetenzen vornehmen will.»

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