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GESUNDHEIT: Zuger Spitäler warten ab mit dem Umstellen ihrer Abläufe

Spätestens ab April dürfen gewisse Eingriffe im Kanton Zug nur noch ambulant durchgeführt werden. Bisher haben sich die Leistungserbringer mit grossen Anpassungen zurückgehalten. Erste Auswirkungen sind aber absehbar.
Christopher Gilb
Im Kanton Zug gilt seit diesem Jahr ambulant vor stationär. (Bild: Dominik Hodel)

Im Kanton Zug gilt seit diesem Jahr ambulant vor stationär. (Bild: Dominik Hodel)

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch

Verschiedene Eingriffe aus insgesamt acht Bereichen sollten seit Januar im Kanton Zug ohne anschliessenden Spitalaufenthalt erfolgen. Die Liste reicht von Operationen der Augen bis zu Krampfadern. Auch in den Kantonen Zürich und Luzern gilt bereits das Prinzip «ambulant vor stationär» und im Aargau ist die Umstellung im Gange. Die Gesundheitsdirektoren versprechen sich davon eine Senkung der Gesundheitskosten, denn ambulante Eingriffe sind deutlich günstiger als stationäre. Im Kanton Zug etwa wird mit einer jährlichen Einsparung von maximal 500000 Franken gerechnet.

Als die Leistungserbringer im Kanton Zug jedoch letztes Jahr über die Umstellung informiert wurden, herrschte nur bedingt Freude. Das grosse Problem sei, dass man jetzt zügig ambulante Operationskapazitäten in den bestehenden stationären Kapazitäten schaffen müsse – «und dies mit einer Unterfinanzierung», sagte beispielsweise Urs Karli, Direktor der Andreas Klinik in Cham gegenüber unserer Zeitung.

Auch heute ist Karli noch nicht restlos überzeugt. «Grundsätzlich können wir die Liste umsetzen», sagt er. Die Situation verkompliziere sich aber dadurch, dass die Andreas-Klinik aufgrund vieler ausserkantonaler Patienten, ihre Prozesse nun immer wieder den jeweiligen Rahmenbedingungen anpassen müsse. Dies hat damit zu tun, dass nicht jeder Kanton das Konzept gleich umsetzt. «Während beispielsweise im Kanton Aargau alle jene Fälle vom Kanton geprüft werden müssen, gibt es im Kanton Zug ein Formular mit Ausnahmekriterien. Der behandelnde Arzt kann hier medizinische Gründe für eine stationäre Behandlung angeben, welche nachträglich durch den Kanton anerkannt oder abgelehnt werden», so Karli. Als Konsequenz müssten sich die Leistungserbringer immer den jeweiligen Kriterien anpassen. Er hofft deshalb auf eine Lösung des Bundes. Dieser zieht nun nach. Anfang 2019 wird eine Änderung der Krankenpflege-Leistungsverordnung über das Primat von ambulant vor stationär in Kraft treten.

Grössere Anpassungen habe er wegen der Umstellung bisher keine gemacht, so Karli. «Wir wollen zuerst wissen, wie viel zusätzliche ambulante Fälle wir haben werden. Dann entscheiden wir, ob es eigene Strukturen braucht.» Angepasst worden seien hingegen Abläufe in der Anmeldung sowie in der Betreuung vor und nach dem Eingriff. «Als Beispiel: Da Patienten von ambulanten Eingriffen kein Zimmer beziehen, müssen sie erst 45 Minuten vor der Operation kommen. So können Abläufe verschlankt werden.» Vor allem aber hofft Karli auf ein angepasstes Vergütungssystem. Sodass auch ambulante Eingriffe höher vergütet werden. Denn der umstrittene Tarif Tarmed, der die Vergütung von diesen Leistungen regelt, wurde durch einen Eingriff des Bundesrats aufs neue Jahr vereinzelt gekürzt. «Ohne eine Erhöhung ist absehbar, dass sich dies auf die Versorgungsqualität auswirkt, so Karli.»

30 Personen nach neuem System behandelt

Karlis Kollege, Matthias Winistörfer, der Direktor des Zuger Kantonsspitals, hat bereits ungefähre Zahlen. «Obwohl es eine Umsetzungsfrist bis ende März gibt, arbeiten wir seit Anfang Januar konsequent nach dem neuen System», so Winistörfer. Rund 30 Patienten seien in dieser Zeit ambulant statt stationär behandelt worden. «Von den Operationen, die von der Liste betroffen sind, haben wir schon bisher die Mehrheit ambulant durchgeführt», so Winistörfer. Pro Jahr würden nun rund 350 ambulante Eingriffe neu dazukommen. Die Patienten hätten viel Verständnis für die Umstellung gehabt. «Negative Rückmeldungen gab es keine.» In einigen wenigen Fällen hätte der Eingriff aufgrund des Gesundheitszustands der Patienten dann doch stationär durchgeführt werden müssen.

Auch das Kantonsspital hat seine Abläufe aber noch nicht verändert. «Wir wollen zuerst die definitiven Zahlen kennen, doch es ist vorstellbar, dass wir in Zukunft zum Beispiel feste Halbtage für ambulante Eingriffe reservieren werden», erklärt Winistörfer. Bisher werde darauf geachtet, dass solche Eingriffe wegen der Nachbetreuung nicht zu spät am Tag durchgeführt würden. Gebe es dann aber tatsächlich 350 zusätzliche ambulante Operationen pro Jahr, seien Verschiebungen nicht vermeidbar. «Dann brauchen wir etwas weniger stationäre Kapazitäten, dafür mehr im Bereich der ambulanten Betreuung.»

Beim Kanton zeigt man sich mit der bisherigen Umsetzung zufrieden. Die Gesundheitsdirektion stehe im regelmässigen Kontakt und Austausch mit den jeweiligen Spitälern. Bisher sei die Umstellung gut und ohne Probleme verlaufen, erklärt Kantonsarzt Rudolf Hauri.

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