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GESUNDHEITSWESEN: Einzelpraxen sterben aus

Aus der Antwort des Zuger Regierungsrats zu Fragen bezüglich der Grundversorgung durch Hausärzte im Kanton Zug ist ein Trend erkennbar. Ausserdem wird eine Prognose für die nahe Zukunft gewagt.
Charly Keiser
Jennie Olson, Chefin der Gemeinschaftspraxis beim Bahnhof Zug, im Gespräch mit Arzt Hong Phan. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. Januar 2018))

Jennie Olson, Chefin der Gemeinschaftspraxis beim Bahnhof Zug, im Gespräch mit Arzt Hong Phan. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 15. Januar 2018))

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch

Wer heutzutage eine Hausärztin oder einen Hausarzt braucht, wird kaum fündig. Zumindest nicht, wenn eine Einzelpraxis mit einem traditionellen Hausarzt im Zentrum seiner der Suche steht. Denn der Trend von Einzel- zu Gruppenpraxen hält an. Bald ist die Zeit wohl vorbei, in der die Patienten ihren Hausarzt aufsuchen und dieser in seiner Praxis als alleiniger Arzt tätig ist.

Dies bestätigt auch die Antwort des Regierungsrats auf die Kleine Anfrage von Kantonsrätin Monika Barmet (CVP/Menzingen) bezüglich der Grundver­sorgung durch die Hausärzte im Kanton Zug.

Versorgungsdichte im schweizerischen Mittelfeld

Verlässliche Daten zur hausärztlichen Versorgung seien nur beschränkt verfügbar, schreibt die Regierung in ihrer Antwort. Unschärfen bestünden namentlich bezüglich des effektiven Tätigkeitsgebiets und des Beschäftigungsgrads der betreffenden Ärzte. Auf Stufe der Grundversorgerpraxen der Allgemeinmedizin, Kindermedizin, Innere Medizin und der praktischen Ärzte liegen für Zug jedoch konkrete Zahlen vor. So gab es 2012 noch 83 sogenannte Grundversorgungspraxen, im Jahr danach noch 79 und von 2014 bis 2016 noch je 78 Praxen. Es zeige sich in den letzten Jahren eine relativ stabile Situation, resümiert der Regierungsrat: «Dabei ist zu beachten, dass die Anzahl Praxen nicht direkt mit der Anzahl Ärzte korreliert. Vielmehr ist aufgrund des Trends zu Gruppenpraxen davon auszugehen, dass bei gleicher Anzahl Praxen heute mehr Ärzte tätig sind, allerdings mit tendenziell tieferem Beschäftigungsgrad.»

Gemäss der vorhanden Da­ten befindet sich die Versorgungsdichte im Kanton Zug bei der Allgemeinen Inneren Medizin und bei den Praktischen Ärzten im schweizerischen Mittelfeld. «Generell kann somit bei den Hausärzten weder von einer Über- noch von einer Unterversorgung gesprochen werden. Bezogen auf einzelne Gemeinden seien je­doch Ungleichgewichte nicht aus­zuschliessen. Dies gilt nament­lich für kleinere Gemeinden», schreibt die Regierung weiter.

Fortschreitende Veränderungen

Und die Veränderungen akzentuieren sich weiter. So zitiert die Regierung eine Studie, die zeigt, dass in den nächsten fünf Jahren 17 Hausärzte im Kanton Zug das Rentenalter erreichen werden. Es müsse davon ausgegangen werden, dass die hausärztliche Versorgung in ihrer heutigen Form verstärkt unter Druck komme. Gleichzeitig ändere sich aber auch die Versorgungsstruktur, heisst es in der Studie. «Der Anteil der Einzelpraxen ist seit längerem rückläufig und wird weiter abnehmen, während Gruppenpraxen an Bedeutung gewinnen.» Mittelfristig sei auch der Einfluss der technischen Entwicklung, zum Beispiel der Telemedizin, oder das Entstehen neuer Versorgungsformen, beispielsweise von Gesundheitszentren, zu berücksichtigen. Die hausärztliche Versorgung sei einem dy­namischen Veränderungsprozess unterworfen, der nicht im Detail prognostiziert werden könne, ist sich der Autor der Studie sicher: «Dabei darf nicht vergessen werden, dass mit dieser Umgestaltung nicht nur Risiken, sondern auch Chancen verbunden sind.»

Der Regierungsrat setzt deshalb in erster Linie auf die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen, welche die Arbeitssituation der Grundversorger verbessert oder den Nachwuchs im Bereich der Hausarztmedizin fördert.

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