GEWERBE: Die nächste Züglete steht an

Im Zuger Bahnhof kommt es bei den Geschäften demnächst zu weiteren Wechseln. Ein grosser Detailhändler übernimmt dabei eine dominante Rolle.

Samantha Taylor
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Das Schuhgeschäft Tschümperlin schliesst Mitte Februar.

Das Schuhgeschäft Tschümperlin schliesst Mitte Februar.

Samantha Taylor

samantha.taylor@zugerzeitung.ch

Im Zuger Bahnhof ist bezüglich Einkaufen bald kaum mehr was, wie es mal war. Die nächsten Wechsel stehen an. Das Schuh­geschäft Tschümperlin, das sich beim Perron am Gleis 4 neben dem Aperto befindet, verabschiedet sich aus dem Bahnhof. «Wir werden die Filiale schliessen», sagt Thomas Tschümperlin, Geschäftsführer der Firma Tschümperlin Schuhe und Sport. Und das schon Mitte Februar. «Wir müssen noch einige Rückbauten vornehmen, und Ende Februar läuft unser Vertrag dann aus», sagt Tschümperlin. Man wolle die Kräfte des Unternehmens auf die anderen Zuger Standorte bündeln. Das Schuhgeschäft hat eine Filiale an der Stadtzuger Bahnhofstrasse im Hertizentrum und im Einkaufszentrum Zugerland in Steinhausen. «Der Standort im Zuger Bahnhof war für uns nicht der richtige», erklärt Thomas Tschümperlin weiter. Man habe festgestellt, dass das Einkaufsverhalten der Pendler in Zug anders sei als beispielsweise in Luzern. «Das liegt sicherlich auch daran, dass es in Zug im Bahnhof vor allem Food- und Lebensmittelgeschäfte gibt. Da passt ein Schuhgeschäft weniger rein», sagt Tschümperlin.

Coop to go eröffnet im Juni

Neben dem Schuhgeschäft zieht auch Aperto aus. Damit werden gleich zwei benachbarte Ladenflächen beim Perron am Gleis 4 frei. Was danach dort geschieht, ist schon klar. Laut SBB-Mediensprecherin Masha Foursova werden aus den bisher zwei Mietflächen neu drei Ladenflächen: «Bei zwei dieser drei Geschäfte wurden die Mietverträge schon unterzeichnet. Eine Fläche wird künftig durch Beauty Space belegt.» Dabei handelt es sich um ein Kosmetikstudio, in dem unter anderem Maniküre, Pediküre sowie Massagen und Haarentfernungen angeboten werden. Bisher gibt es Beauty Space erst in Zürich und Winterthur.

Das zweite Lokal, das rund 180 Quadratmeter gross ist, wird laut Foursova durch Coop to go belegt. «Wir werden im Zuger Bahnhof eine vielfältige Auswahl an Produkten, die sich sofort konsumieren lassen, bieten. Am Morgen wartet eine Müesli­theke auf die Kunden», sagt Coop-Mediensprecher Markus Eugster. Am Mittag werde diese dann in eine «Salatbar» umgewandelt. Das Angebot umfasst zusätzlich Hot Paninis, Smoothies, Sushi und weitere Produkte zum Sofortessen. «Wer sich vor Ort verpflegen möchte, der kann dies an den Stehtischen tun», so Eugster weiter. Coop betreibt dieses Konzept bereits an einem anderen Standort in der Stadt Zug. In der Neustadtpassage gibt es seit ­April 2016 eine solche Filiale.

In das dritte Ladenlokal zieht das Coiffeurgeschäft Claus & Carla ein. Dieses befindet sich aktuell im Erdgeschoss gleich beim Osteingang des Zuger Bahnhofs. «Wir freuen uns auf den Umzug, da wir so die Möglichkeit erhalten, in einem doppelt so grossen Geschäft an attraktiverer Lage zu arbeiten», sagt Geschäftsinhaber Louis Giger. Man werde aufgrund der neuen Platzverhältnisse – das aktuelle Geschäft verfügt über 55, das neue über 120 Quadratmeter – den Verkaufsbereich etwas ausbauen. Vorerst wolle man jedoch weiterhin mit demselben Team tätig sein. Der Ausbau beginnt im Frühjahr. Eröffnet wird das neue Geschäft – wie übrigens die anderen beiden auch – voraussichtlich im Juni. «Für uns gibt es einen nahtlosen Übergang», sagt Giger.

Wer als Nachfolger in das heutige Coiffeurgeschäft im Erdgeschoss einzieht, ist bisher noch nicht klar. Es kursiert jedoch das Gerücht, dass der Take-away Yooji’s, der Sushi und andere japanische Spezialitäten anbietet, expandieren möchte. Der Take-away befindet sich direkt neben dem heutigen Coiffeurgeschäft im Erdgeschoss. Dem Vernehmen nach habe Yooji’s Interesse angemeldet, das benachbarte Ladenlokal dazuzumieten und das heutige Geschäft zu vergrössern. Man könne zu diesem Thema keine Auskunft geben, heisst es seitens der Two Spice AG, zu der der Take-away gehört.

Eine Frage bleibt offen

Mit dieser Rochade im Zuger Bahnhof könnte Coop am Standort zum grössten Player werden. Denn neben dem neuen Coop to go führt das Detailhandelsunternehmen bereits eine Coop-Pronto-Filiale. Hinzu kommt, dass Coop Anfang Jahr die Aperto-Gruppe übernommen hat. Aperto wollte nach der Schliessung des Geschäfts im ersten Obergeschoss eine neue Filiale im Erdgeschoss eröffnen, und zwar in den Räumen, die an das SBB-Ticketbüro angrenzen. Aperto plante dort, sein Angebot anzupassen – weg vom Detailhandel. Man setze künftig auf den Konsum für unterwegs, äusserte sich noch im Oktober der damalige Chef. Ob dieses Konzept nun aber weiterverfolgt wird, ist fraglich, immerhin würde es eine direkte Konkurrenz zu Coop to go darstellen. Bei Coop selbst will man dazu nichts sagen. «Zur Fläche im Erd­geschoss des Zuger Bahnhofs können wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht äussern», sagt Coop-Sprecher Markus Eugster.

Neben den anstehenden Wechseln hat sich im Zuger Bahnhof in den letzten Monaten schon einiges getan. So wurde das SBB-Reisebüro geschlossen. In die Räume ist der K-Kiosk eingezogen. Spettacolo hat das Café ebenfalls geschlossen und durch einen Container mit einem Take-away-Angebot ersetzt, der direkt vor der Apotheke steht.