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Klimaforscher an der Kantonsschule Zug: «Wir sind nicht auf Kurs»

Der Klimaforscher Reto Knutti hielt an der Kantonsschule Zug einen Vortrag über den Klimawandel. Das Thema stiess bei den Jugendlichen sowie den Lehrpersonen auf grosses Interesse.
Janis Büchel
Klare Worte: Klimaforscher Reto Knutti spricht in der Aula der Kanti Zug über den Klimawandel. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. Juni 2019))

Klare Worte: Klimaforscher Reto Knutti spricht in der Aula der Kanti Zug über den Klimawandel. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. Juni 2019))

Die Diskussionen zum Klimawandel und dem Klimastreik liessen die letzten paar Monate nicht nach. Besonders die Jugendlichen setzen sich für sofortige Massnahmen ein. Die Kantonsschule Zug reagierte auf das aktuelle Thema und lud am Dienstag den renommierten Klimaforscher Reto Knutti nach Zug ein.

An der Kanti ist Klimaschutz schon lange ein Thema im Unterricht. Die Schulleitung arbeitet aus gegebenem Grund mit dem Klimakomitee der Schülerinnen und Schüler zusammen, um auf die Wichtigkeit des Themas noch stärker aufmerksam zu machen. Selbstverständlich war die Aula am letzten Dienstag bis auf den letzten Platz gefüllt, als Reto Knutti eine Präsentation über den Klimawandel führte. Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich; zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die durch Treibhausgase verursachten Veränderungen im Klimasystem sowie die Weiterentwicklung, Bewertung und Anwendung von Klimamodellen.

Treibhausgasemission ist zu hoch

Schon seit 30 Jahren gibt es wissenschaftliche Belege für den vom Menschen verursachten Klimawandel. Dieser ist vor allem auf das Ausstossen von Treibhausgasen zurückzuführen. Die beiden wichtigsten davon sind Methan und CO2, welche der Grund für den Treibhauseffekt sind und somit eine bedeutende Rolle bei der Temperaturerhöhung auf der Erdoberfläche spielen. Diese Gase werden vor allem durch den Verkehr freigesetzt. «Schwankungen der Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre gab es schon immer», sagt Knutti, «aber noch nie stieg die Konzentration so schnell und so hoch.» Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als Knutti dies anhand einer Grafik aufzeigte.

«Der Klimawandel ist bereits heute präsent, so werden Hitzesommer wie etwa 2018 in Zukunft zunehmen», erklärt Knutti. «Die Wissenschaft hat bewiesen, dass der Klimawandel menschengemacht ist und kann die Nachteile und Risiken einer Klimaerwärmung aufzeichnen.» Ein weiteres Indiz dafür, dass sich das Klima schon im letzten Jahrhundert verändert hatte, sind die Gletscher, welche in den letzten Dekaden rasant zurückgingen. Auch dies wurde eindrücklich anhand von Bildern gezeigt.

Einhelliger Tenor: «Wir sind nicht auf Kurs»

Die Schweiz hat zusammen mit 195 anderen Staaten im Pariser Klima-Abkommen eine Vereinbarung mit dem Ziel des Klimaschutzes getroffen. Dabei wird oft von der Zwei-Grad-Grenze gesprochen. Diese verlangt die Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2 Grad über dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung. «Wir sind nicht auf dem Kurs, auf dem wir sein sollten, um das Pariser Klima-Abkommen zu erreichen», meinte der Klimaexperte dazu, «anhand der Wissenschaft kann man gut zeigen, wie man dieses Ziel erreichen kann».

Tatsache sei, dass wir uns mehr um den Klimaschutz bemühen müssten. «Es ist ein Glaubenskrieg, viele Leute sind noch nicht vom Klimawandel überzeugt», so Knutti. «Es müssen neue Wege gefunden werden, um die Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu schlagen.»

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