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GLEICHSTELLUNG: Ja zur Gleichheit, Nein zur Unterzeichnung

Mehrere Zuger Gemeinden sind skeptisch gegenüber der Charta zur Lohngleichheit, die der Bund lanciert hat. Sie befürchten grossen Mehraufwand. Ein Blick in die Stadtzuger Verwaltung zeigt, dass diese Bedenken unbegründet sind.
Rahel Hug
Bei Lohnverhandlungen soll es zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied im Ergebnis geben. (Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone)

Bei Lohnverhandlungen soll es zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied im Ergebnis geben. (Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone)

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

Mit der Charta der Lohngleichheit will der Bund Kantons- und Gemeindeverwaltungen für die Gleichstellung sensibilisieren. Der öffentliche Sektor soll als Ar­beitgeber Männern und Frauen gleiche Löhne bezahlen und als gutes Beispiel vorangehen. Bis heute haben 12 Kantone, 25 Gemeinden und der Bund das Papier unterzeichnet. Der Kanton Zug gehört bislang nicht dazu – ist aber nun in der Pflicht, das Thema zumindest zu prüfen. An der Kantonsratssitzung vom 30. November 2017 wurde ein entsprechender Vorstoss überwiesen. Die Stadt Zug hat die Charta im letzten Herbst unterschrieben.

Wie sieht es in den Gemeinden aus? Mehrere SP- und ALG-Ortssektionen haben im Rahmen von Interpellationen Fragen an die jeweiligen Gemeinderäte gerichtet. Konkret wurden in Hünenberg, Risch, Steinhausen und Baar Vorstösse eingereicht. Wie aus den Antworten hervorgeht, wollen Risch, Hünenberg und Baar die Charta nicht unterzeichnen. In Steinhausen braucht man noch etwas Bedenkzeit: «Der ­Gemeinderat wird die Charta noch genauer prüfen, bevor er ­einen Entscheid trifft. Zurzeit gibt es Punkte, die für und gegen eine Unterzeichnung sprechen», heisst es in der Antwort.

Der Gemeinderat unterstütze die Zielsetzung der Charta und bekenne sich zum Grundsatz des gleichen Lohns für gleichwertige Arbeit, schreibt die Exekutive, weist aber auch auf Herausfor­derungen hin: «Die Charta, lebt man ihr voll nach, enthält auch Punkte, die einen finanziellen und administrativen Aufwand auslösen werden. Ausserdem enthält sie eine Bestimmung, dass im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens auf die Einhaltung der Lohngleichheit geachtet werden muss.» Das Prinzip der Lohngleichheit muss also auch für Firmen gelten, die Aufträge der öffentlichen Hand ­erhalten. Diese Norm sei «mit einem vernünftigen Aufwand nicht umsetzbar».

«Dem Gemeinderat ist die Vorbildrolle bewusst»

Das Argument des höheren Aufwandes hört man auch aus den anderen Gemeinden. Man müsse nicht nur die Gehälter der eigenen Mitarbeitern überprüfen, sondern auch jene von ­nahestehenden Organisationen, schreibt der Hünenberger Gemeinderat, und spricht dabei etwa die Stiftung für das Alter oder den Verein Familie plus an. Die Lohngleichheit sei für die Einwohnergemeinde Baar ein wichtiges Thema, hält deren Gemeinderat fest. Sie werde aber nicht mit der Unterzeichnung einer Charta erreicht, sondern mit konkreten Massnahmen. Ins selbe Horn stossen die Rischer: «Dem Gemeinderat ist die Vorbildrolle der öffentlichen Hand in Sachen Lohngleichheit bewusst, und die Gemeinde Risch nimmt diese auch wahr.» Eine Unterzeichnung der Charta würde an der heute gelebten Praxis nichts ändern.

In Risch und Hünenberg wurden bereits mehrmals Lohnvergleiche durchgeführt. Steinhausen und Baar halten fest, dass man im Personalwesen im Austausch mit den anderen Zuger Gemeinden stehe und dabei bezüglich Lohn einem Vergleich standhalten und keine Diskriminierung von Frauen feststellen könne. Doch wie gross ist der Aufwand, den eine Unterzeichnung der Charta mit sich bringt, tatsächlich? «Unsere Erfahrungen zeigen, dass er nicht gross ist», sagt Dolfi Müller (SP), der Zuger Stadtpräsident. Dies wohl auch deshalb, weil viele Vorgaben schon zuvor umgesetzt worden seien. Die Werkzeuge, um gewisse Parameter zu überprüfen, würden vom Bund zur Verfügung gestellt. «Es ist ja im ­Interesse der Initianten, dass die Unterzeichnenden ihr System nicht komplett umkrempeln müssen», sagt Müller. Auch bei der Einhaltung der Lohngleichheit im Rahmen des öffentlichen Beschaffungswesens sieht der Stadtpräsident kein Problem: «Bei Submissionen gibt es beispielsweise auch ökologische Vorgaben. Wieso sollte man nicht auch Vorgaben zur Lohngleichheit machen?»

Noch ein weiter Weg

Sonya Schürmann, Leiterin Personaldienst der Stadt Zug, bestätigt diese Aussagen: «Das Programm funktioniert gut. Einzelne Erfassungen haben zu Beginn zu einmaligem Mehraufwand geführt.» Was das Submissionswesen betrifft, setze man weiterhin auf die Selbstdeklaration der Geschäfte. Alle Anliegen der Charta zu erreichen, sei ein längerfristiger Prozess. «Vieles wird schon jetzt erfüllt, doch wir wollen Schritt für Schritt weitermachen.» Als Nächstes werde man die Lohnfestlegung zum Zeitpunkt der Anstellung angehen. «Hier gab es schon Überprüfungen, aber es sind noch weitere Checks vorgesehen», sagt Schürmann.

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