GLENCORE: «Perle» oder Gift?

Ist der Rohstoffkonzern eine «volkswirtschaftliche Perle»? Diese Äusserung der Baarer Gemeindeverwaltung sorgt für Ärger. Zurecht, finden Wirtschaftsethiker.

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Das Hauptgebäude von Glencore in Baar. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Das Hauptgebäude von Glencore in Baar. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Die Alternative – die Grünen Baar sind erbost. In einem offenen Brief an den Baarer Gemeinderat fordert die Partei die Exekutive auf, Stellung zu nehmen zu den Äusserungen von Manuel Frei, Abteilungsleiter Finanzen/Wirtschaft der Gemeindeverwaltung. Dieser hat jüngst in der Neuen Zuger Zeitung im Zusammenhang mit dem umstrittenen Steuergebaren von Glencore Xstrata als «volkswirtschaftliche Perle» bezeichnet.

Gemeinderat schweigt noch

«Die Alternative - die Grünen Baar wird sich vehement dafür einsetzen, dass die Gesetze so angepasst werden, dass sich ein internationaler Rohstoffgigant nicht mehr vor dem Fiskus drücken kann», schreibt Vorstand Andreas Lustenberger in dem offenen Brief. «Ebenso stossend ist, dass Glencore Xstrata eine Steuergutschrift von 163 Millionen Dollar erhält und dass gleichzeitig den grossen Aktionären eine Dividende in von über 100 Millionen Dollar ausgeschüttet wird», geisselt die Partei. Der kleine Steuerzahler bezahle auf diese Weise letztlich die Ausschüttung an die Glencore Xstrata-Spitze. «Das ist schlicht Abzockerei», so Lustenberger. «Wie steht der Gemeinderat zu diesen Steuerpraktiken?» Der Baarer Gemeinderat hat vorerst indes noch keine Meinung zu dem offenen Brief. «Wir haben heute Nachmittag eine Sitzung, bei der wir einen gemeinsamen Standpunkt erarbeiten werden», sagt Gemeindepräsident Andreas Hotz. Man wolle diese Causa «seriös anschauen.»