Täuscht Globegarden mutmasslich die Zuger Behörden?

Überzählige Kinder sollen bei einer Kontrolle der Kita im Keller versteckt worden sein.

Fabian Gubser
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Globegarden ist die grösste Kita-Kette der Schweiz. In einem Artikel des Online-Magazins «Republik» im vergangenen Dezember sprachen ehemalige Angestellte von miserablen Arbeitsbedingungen. Wie eine Recherche unserer Zeitung zeigte, sind offenbar auch die Standorte im Kanton Zug betroffen: Mitarbeiter sprachen von Kindern, die auf einem Stuhl eine Stunde lang auf den Gang hinaus gesperrt wurden und von «minderwertigem» Essen (Ausgabe vom 21. Dezember 2019).

Nun veröffentlichte die Republik einen Bericht, laut dem Globegarden mutmasslich die Behörden getäuscht hatte – mit manipulierten Dokumenten. Diese hätten vorgegeben, dass deutlich weniger Kinder anwesend seien, als tatsächlich der Fall war. Im Kanton Zug seien zudem laut einer Informantin in mindestens einem Fall während einer Kontrolle überzählige Kinder im Keller versteckt worden – «auf Geheiss der Regioleitung».

Der Stadtzuger Sozialvorsteher Urs Raschle bestätigte gegenüber der Republik, dass seinem Amt im Frühling 2019 «dieser Missstand» gemeldet wurde. Daraufhin habe man die Einrichtung unangekündigt besucht – weiter könne er sich aber nicht zu dem Fall äussern. Ausser: Grundsätzlich werde der Betreuungsschlüssel in allen drei Kitas eingehalten. Dennoch müsse man bei Globegarden immer «sehr genau» hinschauen.

Die Geschäftsleitung von Globegarden dementierte die Vorwürfe gegenüber der Republik.

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