Globegarden-Kitas fallen auch in Zug auf

Die Kitas des grössten Schweizer Anbieters werden von der Stadt Zug genau kontrolliert. Um eine gültige Anerkennung hat sich Globegarden bisher nicht bemüht. Betreuungsgutscheine können deshalb nicht eingelöst werden.

Laura Sibold
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Das Online-Magazin «Republik» machte im Dezember 2019 markante Missstände bei Globegarden, dem grössten Schweizer Anbieter von Kindertagesstätten öffentlich. Globegarden führt im Kanton Zug fünf Standorte; drei in der Stadt Zug, einen in Rotkreuz und ein weiterer wurde im Februar in Cham eröffnet. Alle fünf Kitas verfügen über Bewilligungen der Gemeinden, dennoch schlug die Kritik an Globegarden hohe Wellen.

Im Namen der Alternative – die Grünen reichte Gemeinderätin Tabea Zimmermann Gibson im Zuger Stadtparlament die Interpellation «betreffend Aufsicht über frühkindliche Kinderbetreuung insbesondere Globegarden» ein und fragte danach, wie die Krippenaufsicht der Stadt Zug funktioniere. In seiner Antwort legt der Stadtrat dar, dass die Kitas regelmässig kontrolliert würden und einmal jährlich in allen Einrichtungen angemeldete Besuche stattfänden. Vorgängig werden Präsenzlisten der Kinder und des Personals eingefordert und ausgewertet. «Unangemeldete Aufsichtsbesuche finden statt aufgrund von aufsichtsrechtlichen Hinweisen oder Unstimmigkeiten bei den angemeldeten Aufsichtsbesuchen», schreibt der Stadtrat.

Die Kontrollen gehen regulär weiter

Diesbezüglich ist Globegarden für die Stadt keine Unbekannte. In der Vergangenheit seien Unregelmässigkeiten festgestellt worden, woraufhin Massnahmen wie Bussen und eine besondere Aufsicht für gewisse Standorte verfügt worden seien. Dabei sei jedoch das Kindeswohl zu keiner Zeit gefährdet gewesen. Entsprechend hat die negative Berichterstattung über die Globegarden-Kitas in Zug keine Konsequenzen, wie Stadtrat Urs Raschle betont: «Globegarden wurde bereits zuvor genau kontrolliert und wird es weiterhin. Dem Stadtrat ist es aber ein Anliegen, die Situation mit Globegarden nachhaltig zu verbessern, weshalb er die Verantwortlichen zu einem Gespräch eingeladen hatte.» Dabei seien Unstimmigkeiten benannt und Erwartungen für die Zukunft kommuniziert worden.

Globegarden hat sich bisher aber noch nicht um eine gültige Anerkennung der Stadt Zug bemüht. Um eine solche zu erhalten, müsste die Organisation auch ihre Lohn- und Anstellungsbedingungen bekanntgeben. Entsprechend können in den Globegarden-Kitas keine Betreuungsgutscheine eingelöst werden. Als Grundsatz gilt laut Stadtrat: Wenn die Kita auf der Website der Stadt Zug aufgeführt ist, können die Eltern davon ausgehen, dass eine gültige Betriebsbewilligung vorliegt und die Kita überprüft wurde.