Globegarden-Vorwürfe: Ein Bericht soll auch in Zug Zweifel ausräumen

Bei der Kita-Kette Globegarden gebe es kein systematisches Fehlverhalten, sagt das Unternehmen. Die Stadt Zug will trotzdem wachsam bleiben.

Zoe Gwerder
Drucken
Teilen
Der Eingang zu einer Kita von Globegarden. Der Anbieter stand immer wieder in der Kritik.

Der Eingang zu einer Kita von Globegarden. Der Anbieter stand immer wieder in der Kritik.

Symbolbild: Patrick Hürlimann (20. Dezember 2019)

Nachdem gegen die Krippenorganisation Globegarden Ende Dezember 2019 von Mitarbeitern schwere Vorwürfe erhoben wurden, geht das Unternehmen nun in die Offensive. Die Kita-Kette präsentiert die Ergebnisse eines Berichts, welcher durch «unabhängige Experten» verfasst wurde – im Auftrag des Unternehmens. «Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass bei Globegarden keine systematischen Gesetzesverletzungen oder anderen Unzulänglichkeiten bestehen», endet der Report, welcher die Kanzlei Niederer Kraft Frey erstellt hat. Es seien rund 15 Bundesordner mit Unterlagen durchgeackert und persönliche Gespräche mit Mitarbeitern und Eltern geführt worden, wird im Bericht erwähnt.

Dieser durchleuchtet insbesondere die Konzepte und Strukturen des Unternehmens. Der Alltag in den Kitas, welcher hauptsächlich Thema der Vorwürfe war, wird hingegen wenig durchleuchtet.

Ob Zuger Kitas untersucht wurden, ist ungewiss

Zudem wird im Bericht insbesondere auf die Lage im Kanton Zürich Bezug genommen. Die damals von Mitarbeitern gegenüber dem Onlinemagazin Republik sowie dieser Zeitung geäusserten Vorwürfe betrafen aber auch Standorte im Kanton Zug – da hier die Nachfrage an Krippenplätzen teilweise noch grösser ist als das Angebot. Entsprechend ist die Versuchung gross, mehr Kinder aufzunehmen. Auf entsprechende Nachfrage gibt Globegarden bekannt: Es seien stichprobenmässig verschiedene Standorte angeschaut worden, «wie es auch bei allen anderen internen und externen Audits der Fall ist». Dies bei 54 Globegarden-Krippen schweizweit, wovon fünf ihren Standort im Kanton Zug haben.

Für die Kita-Bewilligungen ist in der Stadt Zug Stadtrat Urs Raschle zuständig. «Wir nehmen das nun zur Kenntnis, dass alles sehr positiv sein soll.» Raschle findet es prinzipiell gut, dass das Unternehmen einen solchen Bericht in Auftrag gegeben hat.

«Es fehlen darin aber Ergebnisse zu kritischen Punkten, welche die Medien nannten und mit denen auch wir Erfahrungen gemacht haben.»

Raschle betont, dass die Krippen von Globegarden bei der Stadt Zug weiterhin auf der Liste jener Kitas bleiben wird, welche genauer überprüft werden.

Mit rundem Tisch zu möglichen Lösungen

Inzwischen sei man jedoch auch mit der neuen Regionalleitung sowie den Kita-Leitungen zusammengesessen. «Die Regionalleitung hat nun verstanden, was wir in Zug verlangen.» Zudem habe man hier den Vorteil, dass die Bewilligung auf die Krippenleiterin des jeweiligen Standorts ausgestellt werde und nicht auf die Organisation. «Die Leiterin ist also verantwortlich, dass die Vorgaben der Stadt eingehalten werden.» Man sei nun auf gutem Wege. «Die Organisation gibt sich merklich Mühe, dass es besser funktioniert.» Auch Beanstandungen zu Globegarden seien der Stadt Zug in den letzten Monaten keine mehr gemeldet worden.

Die Krippen-Kette Globegarden wurde von Mitarbeitern in den Medien beschuldigt, unter anderem Dokumente systematisch bei Kontrollen zu manipulieren, zu wenig Geld fürs Essen zur Verfügung zu stellen sowie schlechte Arbeitsbedingungen zu bieten.