GÖBLI: Knappe Absage an einen Tausch

Das Stadtparlament hat dem Tauschgeschäft mit der Korporation zugestimmt und den Wasser Werken Zug einen Korb verpasst – trotz einem Appell des Finanzchefs.

Samantha Taylor
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Dieses Haus an der Chamerstrasse bleibt vorerst im Besitz der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert  / Neue ZZ)

Dieses Haus an der Chamerstrasse bleibt vorerst im Besitz der Stadt Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das Tauschgeschäft im Göbli kommt zu Stande – allerdings nur ein Teil davon. Das hat der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug nach einer langen Debatte am Dienstag beschlossen.

Wie zu erwarten war, gingen die Meinungen dazu im Stadtparlament weit auseinander. So machte die SVP keinen Hehl daraus, dass sie beiden Geschäften nicht zustimmen würde. Seitens der Fraktionen Alternative-CSP und SP äusserte man sich gegen das Geschäft mit den WWZ, und die CVP wollte sich zwar nicht richtig festlegen, liess aber durchblicken, dass auch sie mit dem Deal mit den WWZ nicht ganz glücklich ist. Einzig die FDP stellte sich – wenn auch eher etwas halbherzig – hinter beide Deals.

Die Aussagen des Finanzchefs vermochten die Stimmung im Rat nur wenig zu beeinflussen. Man verstehe einfach nicht, warum man das Haus Zentrum ohne öffentliche Ausschreibung an die Korporation abtrete und nicht dem Meistbietenden, sagte SVP-Fraktionschef Manfred Pircher. «Ausserdem kann es nicht sein, dass wir eine Liegenschaft mit preisgünstigen Wohnungen ohne weiteres aus dem Portfolio der Stadt nehmen», so der SVP-Gemeinderat weiter.

Ein Haus gibt den Ausschlag

Zwar blieb die SVP mit ihrem ersten Kritikpunkt allein. Nicht so bezüglich der Liegenschaft Chamerstrasse: Die Alternative-CSP lehnte ab, «dass preisgünstige Wohnungen aus der Hand gegeben werden, so Fraktionssprecherin Astrid Estermann. Und die SP wollte «diese Kröte nicht schlucken», wie Rupan Sivaganesan betonte. Auch die CVP bedauerte, dass das Haus an der Chamerstrasse an die WWZ gehen sollte, liess jedoch offen, wie sie sich zum Tausch stellt.

Eine klare Meinung vertrat hingegen die FDP. Die Stadt Zug sei auf diese Reserven angewiesen, um ihre Aufgaben auch künftig ausführen zu können.  Wenn auch der Vertrag nicht perfekt sei, dürfe man trotzdem nicht den Blick fürs Wesentliche verlieren, so Adrian Moos. Hinter diese Aussagen stellte sich Michèle Kottelat (GLP). Die Stadt brauche im Göbli genügend Platz, und es sei fahrlässig, diesem Geschäft nicht zuzustimmen.

Platzierung des Ökihofs

Neben dem eigentlichen Inhalt der beiden Tauschgeschäfte wurde mindestens so emotional über den neuen Ökihof diskutiert. Hinterfragt wurde dabei grundsätzlich, ob der Ökihof im Göbli überhaupt richtig platziert sei und wie viel Fläche dieser dort tatsächlich benötige.

Auf Antrag der Geschäftsprüfungskommission wurde schliesslich separat über die beiden Tauschgeschäfte abgestimmt. Mit 27 zu 8 stimmte das Parlament dem Tauschgeschäft mit der Korporation zu. Den Handel mit der WWZ lehnte der GGR mit 16 zu 18 Stimmen knapp ab.

Das Tauschgeschäft

Die Stadt Zug will im Göbli insgesamt rund 40'000 Quadratmeter Land in einem Tauschgeschäft mit der Korporation und den Wasser Werken Zug (WWZ) als strategische Landreserve erwerben. Auf dem Gebiet soll der neue Ökihof entstehen. Zum Tausch bietet die Stadt der Korporation unter anderem das Haus Zentrum beim Hirschenplatz und den WWZ eine Wohnliegenschaft an der Chamerstrasse mit preisgünstigen Wohnungen an.