Goldlabel
Hünenberg erhält die höchste europäische Energie-Auszeichnung

Mit der neusten Auszeichnung gehört die Ennetseegemeinde mit 65 weiteren Schweizer Gemeinden europaweit zur «Königsklasse» der Energiestädte.

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Gemeinderat Thomas Anderegg (dritter von links), Gemeindepräsidentin Renate Huwyler (vierte von links) und ein Teil der Energiekommission freuen sich über das Goldlabel.

Gemeinderat Thomas Anderegg (dritter von links), Gemeindepräsidentin Renate Huwyler (vierte von links) und ein Teil der Energiekommission freuen sich über das Goldlabel.

Bild: PD

Seit 2004 ist Hünenberg Energiestadt. Kürzlich wurde der Gemeinde erneut das Label «Energiestadt» und zum ersten Mal der «European Energy Award Gold» verliehen. Von 100 möglichen Punkten erreichte Hünenberg bei der neusten Zertifizierung 77,5 Punkte. Für das Goldlabel braucht es mindestens 75 Punkte. Mit dem Goldlabel werde ein Ziel des kommunalen Energieleitbildes erfüllt, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Die Verleihung des Awards fand am 5. November in Ravensburg (Deutschland) statt. Die Gemeinde Hünenberg nahm via Online-Übertragung an der Verleihung teil. Gemeindepräsidentin Renate Huwyler gab ihrer Freude im Rahmen einer Videobotschaft Ausdruck: «Wir freuen uns sehr über die goldige Auszeichnung, die uns auf unserem langen Weg hin zu einer nachhaltigen Gemeinde bestätigt. Ein Lob gebührt unserer Energiekommission und dem vorsitzenden Gemeinderatskollegen Thomas Anderegg für ihren energievoll geleisteten Beitrag.»

Langjähriges Engagement zahlt sich aus

Hünenberg erhielt das Goldlabel für die erfolgreiche Steigerung der Energieeffizienz, die konsequente Nutzung von erneuerbaren Energien und das Engagement für eine umweltverträgliche Mobilität. So wurden beispielsweise in den letzten Jahren auf Basis der Liegenschaftsstrategie die gemeindlichen Liegenschaften kontinuierlich durch bauliche oder technische Massnahmen energetisch aufgewertet. Auch wird im Rahmen der Ortsplanungsrevision auf qualitätsvolle Siedlungsverdichtung, Klimaschutz in bebauten Gebieten und geringe Bodenversiegelung hingearbeitet.

In den Konzessionsverträgen der verschiedenen Energieversorger wurde zudem konsequent auf eine ökologische Ausrichtung geachtet. So werden in wenigen Jahren die beiden Siedlungsgebiete Dorf und See sowie das Arbeitsgebiet Bösch mit Fernwärme auf Basis erneuerbarer Energien erschlossen sein. Diese Fernwärmenetze leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses. So wird beim bestehenden Wärmeverbund der «BiEAG» (Biomasse Energie AG) beispielsweise Biogas aus Gülle gewonnen.

Im Heizungsbereich tut sich einiges

Im Aufbau begriffen ist der Fernwärmeverbund Ennetsee der WWZ AG, mit welchem im Endausbau jährlich rund 12'000 Tonnen CO2 eingespart werden sollen. Im Rahmen des Energieförderprogramms der Gemeinde Hünenberg, das seit dem Jahr 2002 betrieben wird, werden aber nicht nur diese Fernwärmeprojekte, sondern auch der Bau von Photovoltaik-Anlagen und Elektroladestationen, die Stromspeicherung, thermische Solaranlagen und energieoptimierte Bauten unterstützt. Dank dieser und zahlreicher weiterer Massnahmen konnten die Treibhausgasemissionen aller Gebäudeheizungen auf dem Gemeindegebiet zwischen 2010 und 2018 bereits um 14 Prozent gesenkt werden. Weiter verhalfen unter anderem auch folgende Aktivitäten zum guten Ergebnis:

  • Der Bau einer Elektroladestation der EGH im Jahr 2016.
  • Die Energieberatung durch den Verein «Energienetz-Zug». 
  • Die Aktionen «Elektromobilität und Solarstrom» im Jahr 2018 gemeinsam mit Cham und Risch. Im selben Jahr machte auch die Wave-Trophy mit rund 20 Fahrzeugen beim Schulhaus Ehret Halt.
  • Die Sensibilisierung aller Schulangehöriger für Energiethemen mit dem Themenschwerpunkt 2019 «Energie in der Schule».

«Mit all diesen Massnahmen trägt die Gemeinde Hünenberg ihren Teil zur Umsetzung des Pariser Klimaübereinkommens bei.» Damit die Voraussetzungen für das Goldlabel auch in Zukunft erfüllt werden, brauche es weitere Anstrengungen. Gemeindepräsidentin Renate Huwyler sagte in ihrer Videobotschaft denn auch, dass etwa der zusätzliche Ausbau von Photovoltaikanlagen, die Förderung von sauberer Mobilität und die Motivation zur Nachhaltigkeit die Gemeinde auf dem weiteren Weg begleiten würden. (rh)