Goll fordert «Lohngleichheit statt Abzockerei»

Die Forderung nach Mindestlöhnen sowie der Ausstieg aus der Atomenergie standen bei mehreren 1.-Mai-Reden in den Kantonen Zug, Zürich und Schaffhausen auf der Agenda. Auch die soziale Ungleichheit zwischen Arm und Reich war ein Thema.

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Die Zürcher SP-Nationalrätin Christine Goll während ihrer 1.-Mai-Ansprache auf dem Landsgemeindeplatz in Zug. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Die Zürcher SP-Nationalrätin Christine Goll während ihrer 1.-Mai-Ansprache auf dem Landsgemeindeplatz in Zug. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Wie zahlreiche andere redner machte auch die Zürcher SP-Nationalrätin Christine Goll die Mindestlöhne zum Thema an ihrer 1.-Mai-Ansprache auf dem Landsgemeindeplatz in Zug: «Wir wollen Mindestlöhne und Lohngleichheit statt Abzockerei», sagte sie gemäss Redetext. Weiter forderte die Sozialdemokratin soziale Sicherheit für alle statt Privilegien für Reiche.

Lang: Vasella mächtiger als 400 Arbeitnehmer

Neben Goll trat in Zug auch der Grüne Nationalrat Josef «Jo» Lang auf. Das Lohngefälle in der Schweiz sei ein volkswirtschaftlicher und sozialpolitischer Skandal, sagte er gemäss Redetext. Dieses habe ein politisches Machtgefälle zur Folge. Denn das Machtwort eines Wirtschaftsbosse wie Daniel Vasella erhalte beim Bundesrat wohl mehr Gewicht als eine Petition von 400 Arbeitnehmern.

Das Land werde von Leuten zusammengehalten, die jeden Morgen aufstünden und ihre Arbeit machten, obwohl sie jeden Franken zweimal umdrehen müssten, sagte Daniel Lampart, Chefökonom beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) bei seiner Ansprache in Thalwil nach Redetext. Diese Leute hielten die Schweiz am Laufen.

Fehr fordert Verzicht auf Atomkraftwerke

Eine Ansprache hielt auch Jacqueline Fehr, SP-Nationalrätin und Vizepräsidentin der SP Schweiz. Die Linken politisierten mit Hoffnung und Zuversicht, sagte Fehr, die an ihrem Wohnort Winterthur auftrat. Die SP wisse, dass die Zukunft besser sein könne als die Vergangenheit. «Wir wollen gestalten und Einfluss nehmen, weil wir für das Leben und die Gesellschaft Verantwortung übernehmen», sagte Fehr gemäss Redetext.

Hans-Jürg Fehr, ehemaliger SP-Präsident und Nationalrat, hielt in Schaffhausen eine Ansprache. Fehr sprach über die Reichen, die immer mehr und die Armen, die immer weniger Geld hätten, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA am Sonntag sagte. Die Politik der SVP treibe diese soziale Ungerechtigkeit immer weiter voran. Fehr sprach zudem über den Kampf gegen die Atomenergie. Er forderte den Kanton Schaffhausen dazu auf, dem Stromkonzern Axpo einen Antrag zu stellen, der den Verzicht neuer AKW vorsieht. Weiter äusserte sich Fehr zu der Mindestlohninitiative der Gewerkschaften. Dieser stimme er zu.

SDA/ZIM