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Freiamt: GPS-Bikerouten im Freiamt: Abbruch der Übung

Die Radgruppe des Vereins Erlebnis Freiamt wollte fünf GPS-Tracks für Mountainbiker in der Region realisieren. Doch das Vorhaben ist gescheitert – aus verschiedenen Gründen.
Rahel Hug
Wie dürfen Biker den Wald nutzen? Über diese Frage gibt es vielerorts unterschiedliche Ansichten. Archivbild: Roger Zbinden

Wie dürfen Biker den Wald nutzen? Über diese Frage gibt es vielerorts unterschiedliche Ansichten. Archivbild: Roger Zbinden

Interessante Routen für Biker, die zu kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten führen: Das war das Ziel des Projekts «GPS-Tracks», das die Radgruppe von «Erlebnis Freiamt» umsetzen wollte. Doch daraus wird nichts: Wie der Verein mitteilt, hat man an der letzten Sitzung beschlossen, die Pläne nicht mehr weiterzuverfolgen.

Der Grund, so gibt Erlebnis Freiamt an, seien «alle geäusserten Rahmenbedingungen» gewesen, auf die man nicht habe eingehen können. Ausserdem sei eine Sitzung mit den beteiligten Stellen «äusserst negativ» verlaufen. «Es wurde praktisch nur über die negativen Punkte und Aspekte gesprochen.»

«Wir wollten nicht gegen Windmühlen kämpfen»

Fredy Zobrist, Leiter der Radgruppe, ergänzt auf Anfrage: «Für die meisten Involvierten war klar: Die Biker sollen auf jenen Waldwegen fahren dürfen, die drei Meter breit und befestigt sind. Doch das ist für die Biker nicht spannend.» Das Verständnis für die Trendsportart sei «noch nicht da», sagt Zobrist und ergänzt: «Wir wollten nicht gegen Windmühlen kämpfen.»

Die Idee für die Schaffung von GPS-Mountainbike-Routen ist schon einige Jahre alt. Das Ziel waren ursprünglich fünf Routen: entlang der Reuss, in der Heitersberg-Gegend, zum Schloss Lenzburg, eine historische Tour am Lindenberg und die «Kul-Tour» im Raum Boswil/Muri. In der Mitteilung schreibt Erlebnis Freiamt: «Bedingung war ein legales Befahren der Routen mit Velos, das heisst, dass diese in den Waldfeststellungsplänen der Gemeinden aufgeführt waren.»

Deshalb hätten sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe als erstes beim Kreisförster Einblick in die Pläne verschafft und mit ihm das Vorgehen festgelegt. «Darauf suchten sie die kritischen Punkte heraus und ermittelten überall die zuständigen Gemeinden, Waldbesitzer sowie Forst- und Jagdreviere.»

Es zeigte sich daraufhin, dass das gemeinsame Verfolgen aller fünf Routen «nicht verkraftbar» war. Schliesslich plante die Radgruppe lediglich die «Kul-Tour» sowie die historische Tour weiter. «Bei der Information der zuständigen Gemeinden und Förster zeigte sich sofort, dass die Jagd schon zu Beginn der Arbeiten ins Boot geholt werden sollte.» Eine weitere Besprechung fand mit Vertretern von Jagd Aargau statt. Die nächste Sitzung war dann die vom Verein «sehr negativ» wahrgenommene Besprechung.

Die gesetzlichen Bestimmungen einhalten

Das Projekt hätte viele Vorteile mit sich gebracht, ist Fredy Zobrist überzeugt. Er spricht die Kanalisierung der Biker auf einzelne Wege, eine Verbesserung der Begegnungskultur zwischen Bikern, Jägern, Reitern und Wanderern oder die zusätzliche Wertschöpfung für das Gastgewerbe an. «Die Chancen wurden nicht wahrgenommen», so Zobrist. Er will aber festhalten, dass man durch die Regionalplanungsgruppe Oberes Freiamt und deren Präsidenten Pius Wiss Unterstützung erfahren habe.

Erlebnis Freiamt plant zurzeit keine weiteren Projekte für Biker. Für Zobrist steht aber fest: «Es muss grundsätzlich geregelt werden, wie der Wald von Bikern und anderen Beteiligten genutzt werden darf. Es braucht Verständnis und gegenseitigen Respekt.»

In die Gespräche involviert war auch Rainer Klöti, Präsident von Jagd Aargau. «Wir haben keine grundsätzlichen Bedenken gegenüber Bikern und Velofahrern», sagt er. Jedoch gelte es bei einem solchen Projekt, die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Klöti spricht etwa das Jagdgesetz an: «Die Wildruhezonen müssen eingehalten werden.» Man habe den Verein auf diese Bedingungen hingewiesen. «Die Idee ist grundsätzlich gut», sagt der Jagdpräsident, «die Folgen wurden aber zu wenig bedacht.»

Der Widerstand sei auch von den Gemeinden, den Wanderwegorganisationen und dem Forst gekommen. «Man will offenbar keinen zusätzlichen Velotourismus im Freiamt.» Biker seien vergleichbar mit Hundehaltern, so Rainer Klöti. «90 Prozent verhält sich verantwortungsvoll.» Doch es gebe auch solche, die nur an sich selber denken würden. Dass es eine Strategie in dieser Sache brauche, darin geht Klöti mit Fredy Zobrist einig. «Will man es kanalisieren oder immer mehr Wege öffnen? Diese Frage muss geklärt werden.»

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