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Leserbrief

Grabstein auf dem Postplatz

«Der obere Postplatz hat eine Attraktion», Ausgabe vom 30. August

Seit kurzem ist der Zuger Postplatz in der Stadt Zug um ein Accessoire reicher. Akkurat in der Mittelachse des ehemaligen Postgebäudes wurde ein kleiner Obelisk als Wasserspiel platziert. Mir als unbedarfter Betrachter erscheint er eher als Grabstein – was durchaus Sinn machen würde, haben wir hier doch nicht nur die Post zu Grabe getragen, sondern auch die Idee einer ganzheitlichen Gestaltung dieses zentral gelegenen Platzes.

Das Problem hier kann nicht durch noch so gut gemeinte Möblierungen gelöst werden, sondern der Raum zwischen Zuger Post- und Regierungsgebäude müsste zuerst als Ganzes gedacht und gestaltet werden. Die überschiessenden Reaktionen auf erste Kritiken helfen wenig. Auch der Landsgemeindeplatz wurde anfänglich wegen seiner Leere kritisiert und heute möchte ihn niemand mehr so übermöbliert. Zudem hat man offenbar Angst, die Bevölkerung könnte den oberen Postplatz tatsächlich in Besitz nehmen, sodass Betonbänke platziert wurden, die das Publikum sicher nicht verschieben kann.

Hugo Sieber, Architekt, Zug

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