GRAUREIHER: In Zug reihen sich die Reiher

Es gibt mehr Graureiher rund um den Zugersee als früher. Vor allem im Winter. Aber nicht nur deshalb fällt der Wasservogel auf.

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Hat keine natürlichen Feinde: der Graureiher. (Bild Keystone)

Hat keine natürlichen Feinde: der Graureiher. (Bild Keystone)

Auto für Auto rast auf der Strasse nach Sins bei Hagendorn an dem Graureiher vorbei. Den Vogel, der nur wenig entfernt über die feuchte Wiese stapft, auf der Suche nach etwas Fressbarem, scheint das überhaupt nicht zu stören. Nur ab und zu hält er in seinem federnden Gang inne und steht plötzlich da wie eine Skulptur. Zur Tarnung. Der Graureiher ist offenbar ein echter Lebenskünstler und kann sich gut an seine Umwelt anpassen.
 
Sehr flexibler Zeitgenosse
«Der Graureiher ist ein richtiger Opportunist», meint Peter Ulmann, Leiter des Amts für Fischerei und Jagd des Kantons Zug. Der Schreitvogel sei in den letzten Jahren zutraulicher geworden und finde sich in der Zivilisation immer besser zurecht. Das hat seine Gründe. «Zum einen ist der Vogel sehr flexibel, was seine Nahrung betrifft», erläutert Ulmann. Der fast ausschliesslich in Gewässernähe lebende Vogel sei nicht nur auf Fische fixiert. «Er frisst auch gerne Mäuse und Amphibien.» Zum anderen hat der Graureiher keine natürlichen Feinde. Nicht zuletzt darf der kauzige Vogel mit seinem lustigen Schopf auf dem Kopf nicht geschossen werden. Er ist geschützt. 

Mehr Reiher dank milden Wintern
Trotzdem sind so manchem Fischer die vielen Graureiher ein Dorn im Auge, weil diese ganze Fischbruten in Bächen oder im seichten Wasser fressen können. Den Naturliebhaber erfreuen die «Grauröcke» dagegen. Wobei sich die Bestände der Vögel in den letzten zehn Jahren im Vergleich zu den Siebzigerjahren am Zugersee auch aus einem anderen Grund erhöht haben, wie Verena Keller, Koordinatorin für Wasservogelzählung von der Schweizerischen Vogelwarte in Sempach, bestätigt. In den immer milderen Wintern am Zugersee tummeln sich nämlich auch auswärtige Reiher gerne neben den einheimischen.

Wolfgang Holz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Zuger Zeitung.