Grossangelegter Schlag gegen die Mafia – auch in Zug fand mindestens eine Hausdurchsuchung statt

Grosser Anti-Mafia-Einsatz: Das Bundesamt für Polizei und verschiedene Kantonspolizeien haben am Dienstagmorgen in mehreren Kantonen Häuser durchsucht.

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Verschiedene Kantonspolizeien führten am Dienstag einen Antimafia-Einsatz durch.

Verschiedene Kantonspolizeien führten am Dienstag einen Antimafia-Einsatz durch.

Keystone

(agl/mg) Am Dienstagmorgen startete eine Aktion gegen die kalabrische Mafia ‘Ndrangheta. Daran beteiligt sind auch Schweizer Behörden. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilt, kam es in den Kantonen Aargau, Solothurn, Zug und Tessin zu mehreren Hausdurchsuchungen. Im Aargau wurde zudem eine Person festgenommen. Beteiligt waren neben der Bundesanwaltschaft auch das Bundesamt für Polizei (fedpol) und mehrere Kantonspolizeien.

Die Aktion wurde koordiniert mit den italienischen Behörden. Insgesamt richtet sich das Verfahren in der Schweiz gegen sechs Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft, mehrheitlich mit Wohnsitz in der Schweiz. Die beschuldigten Personen werden verdächtigt, zu einer italienischen ‘Ndrangheta-Organisation zu gehören und diese zu unterstützen. Dabei geht es unter anderem um den Verdacht der Beteiligung an einer kriminellen Organisation und um Geldwäscherei. So soll beispielsweise Falschgeld von Italien in die Schweiz geschmuggelt worden sein. Zudem werden Aktivitäten im Bereich des Waffen- und Drogenhandels, sowie im Bereich der Geldwäscherei vermutet.

Waffen, Munition und Bargeld sichergestellt

Bei den Hausdurchsuchungen wurden zahlreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Waffen, Munition und Bargeld. Neben der verhafteten Person im Aargau seien zwei weitere Verdächtige einvernommen und anschliessend wieder auf freien Fuss gesetzt worden. Die Aktion vom Dienstag war das Ergebnis jahrelanger Ermittlungsarbeit. Die italienischen Behörden hatten entsprechende Daten bereits 2016 an die Schweiz überliefert. Anschliessend verständigten sich die Bundesanwaltschaft und die Staatsanwaltschaft Catanzaro darauf, ein gemeinsames Ermittlungsteam einzusetzen.

Laut Medienberichten soll es in Italien zu über 70 Verhaftungen gekommen sein.