Grossaufmarsch der Chlausrotten in Oberägeri

Am Umzug der Chlausrotten erlebten die Zuschauer den Brauch des «Chlauseslä» auf eindrückliche Weise. Da der Anlass nicht jedes Jahr stattfindet, lockte er viel Publikum an.

Hansruedi Hürlimann
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Staunend verfolgten die Besucher die Geissle-Chlöpfer.
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Die bunten Iffelenen strahlten hell in der Nacht.
Chlausrottenumzug Oberägeri.Bild: Matthias Jurt, Oberägeri, 07.12.2019
In einer grossen Gruppe marschierten die Trychler durch Oberägeri.
Chlausrotten Oberägeri: Der Samichlaus mit langem Bart grüsst die vielen Besucher.
Die Glocken werden gleichmässig geschwungen.
Etwas für Aug und Ohr: der Chlausrottenumzug Oberägeri.
Natürlich durfte die Klausengesellschaft Oberägeri am Umzug nicht fehlen.
Für den Umzug wurden die Strassenlampgen ausgestellt.
Das knallt ordentlich: Die Geissle-Chlöpfer in Aktion.
Die Trychler hörte man mit ihren Glocken im ganzen Dorf.
Verschiedene Motive waren auf den Iffelen zu sehen.
Die Chläuse verbreiten gute Stimmung.

Staunend verfolgten die Besucher die Geissle-Chlöpfer. 

Bild: Matthias Jurt
(Oberägeri,
7. Dezember 2019)

Pünktlich mit dem Glockenschlag setze sich der Umzug der Chlausrotten um 19.30 Uhr am Samstagabend Uhr in Bewegung. Den Auftakt machten die «Schafgeissle-Chlepfer» , die mit eleganten Schwüngen die Seile zum Knallen brachten, was die Zuschauer in sicherem Abstand mitverfolgten. Danach kamen die einzelnen Rotten, angeführt von Samichlaus und Schmutzli und den lautstarken Trychlern. Da die Strassenbeleuchtung komplett ausgeschaltet war, kamen die Iffelen besonders zur Geltung. Die unterschiedlichen Sujets – von der Folklore über die Geschichte bis hin zu Religion und Sport – widerspiegelten den Einfallsreichtum und die Kreativität der Erbauer. Zusammen mit den weihnächtlich beleuchteten Fassaden der Häuser entlang der Umzugsroute entstand so eine einmalige Stimmung.

Ein Anlass, der allen Spass macht

Mitgeführt wurden auch lebende Esel oder Eselinnen, wie zum Beispiel Pirina. Angesichts der Aufmerksamkeit, die sie vor allem von Kindern erfuhr, sagte ihr Begleiter Andreas Meier schlicht: «Sie ist sich das gewohnt». Ähnlich gelassen antwortete der Geissle-Chlepfer Beda Ott auf die Frage, wie oft er denn übe: «Je mehr, desto besser». Für die Teilnehmer bildete der Umzug den Abschluss einer recht intensiven Zeit.

Dies bestätigte Armin Nussbaumer, der als Samichlaus mit der Rämsli-Rotte an vier Abenden beziehungsweise Nächten im ganzen Gemeindegebiet unterwegs war. Sie seien eine aufgestellte Truppe, der das «Chlauseslä» viel Spass mache, so seine Erklärung. Spass machte es offensichtlich auch den sieben Schwyzerörgeli-Spielern, welche dem Publikum die Wartezeit verkürzten, bis der Umzug vom Unter- zurück ins Oberdorf kam. Sie setzten sich in der Strassenmitte einfach auf ihre Instrumentenkoffer und spielten drauflos.

Bezeichnenderweise nennen sie sich Schwyzerörgeli-Club Aegerispass. Das OK unter der Leitung von Karl Nussbaumer hatte den Umzug vorbereitet. Er konnte sich dabei auf die Mithilfe von Abgeordneten aus den einzelnen Rotten verlassen. Der traditionelle Chlausrotten-Umzug biete ihnen die Möglichkeit, der Bevölkerung aufzuzeigen, was für den Erhalt dieses traditionellen Brauchtums alles geleistet werde. «Das ist am eigentlichen Chlausabend vom 5. Dezember nicht möglich», sagte er aus Erfahrung.

Die nächste Ausgabe gibt es in fünf Jahren

Die Tatsache, dass die Hauptstrasse durch das Dorf am frühen Abend während fast zwei Stunden für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde, erforderte allein von dieser Seite einigen Aufwand. Dabei konnten sich die Organisatoren auf die Mithilfe der Verkehrsparkhelfer Zug (VPZG) stützen. Der VPZG ist ein Verein mit Sitz in Baar, der Jugendliche für den Einsatz im Verkehrs- und Parkdienst schult. Zusammen mit freiwilligen Helfern vom Organisator sorgten sie dafür, dass trotz des Grossaufmarsches von Teilnehmern und Besuchern verkehrsmässig alles klappte. Somit dürfte einer Wiederholung des Chlausrotten-Umzugs in fünf Jahren nichts im Wege stehen.

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