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Grosse Projekte für junge Zuger Musikerinnen

Für die Zugerinnen Charlotte Röttger und Leandra Hodel bietet das Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester viele spannende Eindrücke.
Riccardo Cicchetti
Die Musikstudentinnen Leandra Hodel (links) und Charlotte Röttger. (Bild: Maria Schmid, Zug, 25. September 2019)

Die Musikstudentinnen Leandra Hodel (links) und Charlotte Röttger. (Bild: Maria Schmid, Zug, 25. September 2019)

Jugendliche für klassische Musik zu begeistern, ist heutzutage ein schwieriges Unterfangen. Trotzdem spielen derzeit rund 80 Mitglieder zwischen 14 und 25 Jahren im Zentralschweizer Jugendsinfonieorchester (ZJSO). «Ich habe früher die klassische Musik auch nicht gemocht. Wenn man diese aber selbst spielt, ist es ganz anders, als wenn man sie nur hört», sagt Charlotte Röttger, Präsidentin des Zentralschweizer Jugendsinfonieorchesters. Zudem würden sie auch Cross-over-Projekte machen und so auch Pop oder Jazz in ihre Projekte integrieren.

Jedes Jahr nimmt das ZJSO rund zwei Projekte in Angriff. Das nächste trägt den Namen «Tschaiko in Motion» und wird am 10. Oktober im KKL Luzern und am 27. Oktober im Theater Uri in Altdorf aufgeführt. «Darin geht es um russische Orchestermusik. Wir spielen Tschaikowsky und Borodin, also eher klassische Musik. Speziell am Konzert wird die ungewöhnliche Aktion sein, die wir geplant haben», erklärt die Zugerin und fährt fort: «Jeder Besucherin und jedem Besucher, welche mit einem umweltfreundlichen Transportmittel ans Konzert kommen, schenken wir zehn Franken.» Als Beweis genüge ein gültiges Ticket oder auch schmutzige Hände von der Fahrradkette, bekundet die Präsidentin.

Fast alle Musiker willkommen

Leandra Hodel freut sich auf die bevorstehenden Projekte. Sie ist seit sechs Jahren Mitglied im ZJSO und gleichzeitig Organisatorin des Kammerensembles. «In diesem bilden wir junge Künstlerinnen und Künstler aus, denen wir noch den letzten Schliff für den Sprung ins ZJSO verleihen möchten.»

Jedes Jahr veranstaltet auch das Kammerensemble zwei Konzerte in der Hofkirche Luzern. Das letzte hat vor gut einer Woche stattgefunden. Für die Entscheidung, im ZJSO oder in der Kammermusik zu spielen, gebe es ein Vorspiel, welches jedes Neumitglied im Vorfeld absolviere, erklärt Röttger. «Was uns von anderen Orchestern unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir nicht nur Musikstudenten und professionelle Musiker in unseren Reihen haben. Bei uns sind fast alle willkommen. Noten lesen, sollte man aber schon können», fügt die Präsidentin schmunzelnd hinzu.

Zusammen hätten sie schon viele tolle Projekte auf die Beine gestellt, erzählt Hodel, welche im Orchester Violine spielt. «Vor zwei Jahren sind wir für eine Woche nach Italien ans Festival Orchestre Giovanili gereist. Das war eine der besten Erfahrungen. Wir konnten mit dem ganzen Sinfonieorchester vier Konzerte spielen, eines davon auf der ‹Piazza della Signorina›. Nicht viele Musiker können das von sich behaupten.» Ein weiteres spezielles Ereignis sei «In Memoriam» im Vorjahr gewesen. Das ZJSO trat dabei zusammen mit dem Schweizer Jugendchor auf. «Ein Klangerlebnis der ganz besonderen Art», bestätigt auch Röttger.

Ein grösserer Anlass ist im Sommer über die Bühne gegangen. Das Sinfonieorchester war im Lager im Melchtal. Es sei eine probeintensive Zeit gewesen, die Mitglieder untereinander könnten sich aber auch privat besser kennen lernen, wie Hodel sagt.

Bereits früh viel Verantwortung

Röttger blickt bereits voraus: Auch für das nächste Jahr habe man wieder spannende und abwechslungsreiche Events geplant.

«Es ist eine Innerschweizer Tournee geplant, wo wir im Casino Zug, in Sarnen und im Maihof Luzern spielen werden. Weiter stehen in näherer Zukunft auch Auslandkonzerte auf dem Programm. Hier befinden wir uns aber noch in der Anfangsphase der Umsetzung.»

Speziell beim jungen Sinfonieorchester ist auch, dass die Mitglieder gleichzeitig auch den ganzen Verein organisieren. «Es ist wirklich eine grandiose Erfahrung, in so jungen Jahren bereits so viel Verantwortung zu tragen. Jeder und jede ist mit Herzblut dabei und unterstützt das Ensemble, wo er oder sie nur kann», sagt Leandra Hodel.

Sie selber ist momentan an der Fachhochschule mit Profil Musik. Ihr Traum ist es, später einmal Pianistin zu werden. Gleichzeitig möchte sie aber auch weiterhin in einem Orchester spielen. «Es bereitet mir grosse Freude, gemeinsam mit anderen Musikbegeisterten Grosses zu vollbringen.» Auch Charlotte Röttger studiert momentan Musik. «Mich fasziniert an der Musik, dass sie eine flüchtige Kunst ist. Es ist nicht wie ein Kunstgemälde, welches man einmal anfertigt. Es lässt sich stets noch mehr aus einem Musikstück herausholen.»

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