Grosser Einsatz für den kleinen Skilift in Menzingen

Vor 50 Jahren wurde der Skilift am Lindenberg zum ersten Mal aufgebaut.

Carmen Rogenmoser
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Beat Weber freut sich auf die Jubiläumsfeier für den Skilift.

Beat Weber freut sich auf die Jubiläumsfeier für den Skilift.

Maria Schmid (Menzingen, 9. Januar 2020)

Einsatzbereit wäre er, der Skilift am Lindenberg in Menzingen. Das Einzige, das fehlt, ist der Schnee. Das ausgerechnet jetzt, wenn das 50-Jahr-Jubiläum des kleinen aber feinen Lifts gefeiert wird. Doch davon lässt sich das Skilift-Team rund um Beat Weber nicht beirren. Auf 800 Metern über Meer habe es halt nicht jeden Winter genug Schnee, meint Rita Abächerli-Odermatt gelassen.

Sie ist für die Organisation des Jubiläumsfestes, das morgen stattfindet, verantwortlich. «Wir lassen uns die Freude nicht nehmen.» Das Programm musste allerdings angepasst werden. Statt der geplanten Fackelabfahrt findet nun halt eine kurze Fackelwanderung im Pistenbereich statt (siehe Infobox). Zu viel verraten möchte Rita Abächerli aber nicht, denn die Feier gebühre vor allem Beat Weber. «Er hat über all die Jahre den Liftbetrieb mit grosser Freude und Energie aufrechterhalten», sagt sie. Deshalb sei das Fest auch ein Zeichen der Wertschätzung ihm gegenüber. Für ihn gebe es deshalb die eine oder andere Überraschung.

Das Festprogramm

Das Jubiläumsfest rund um den Skilift Menzingen findet am Samstag, 11. Januar, statt. Gestartet wird um 17 Uhr mit einem Apéro mit Glühmost. Um 18 Uhr findet die Fackelwanderung statt und anschliessend wird die Festwirtschaft direkt beim Skilift eröffnet. Für musikalische Unterhaltung sorgen «Gruess vom Lindebärg», «Just Six» und die Guggenmusik Menzikus. Auch eine Schneebar ist geplant. Willkommen sind alle Interessierten. Das OK-Team wünscht sich ein Erscheinen in nostalgischer Kleidung. Weitere Informationen: www.skilift-menzingen.ch

Dank den Landeigentümern

Beat Weber gehört zusammen mit Adolf Schlumpf und Heinz Weber zu den Gründervätern des Lifts. Zur Finanzierung wurde 1970 die Skilift Menzingen AG gegründet. Noch heute motiviere ihn «das unbeschwerte und herzliche Kinderlachen rund um den Liftbetrieb und die dankbare Rückmeldung der Eltern», wie er sagt.

Aber auch die Zusammenarbeit mit dem eingespielten Team von «ebenfalls Wintersportverrückten» mache Freude. Ohne dieses Team, das sich in freiwilliger Arbeit um die Betreuung der Gäste sowie den Auf- und Abbau kümmert, wäre der jahrelange Betrieb undenkbar. Seit neun Jahren gehört auch Rita Abächerli dazu. Zusammen mit vier Kollegen verkauft sie im Lift-Hüttli Billette, sorgt für einen reibungslosen Betrieb und verkauft Punsch, Kaffee und kleine Snacks.

Finanziert wird der Betrieb durch den Verkauf von Saison- und Tageskarten. Das reicht in den meisten Fällen allerdings nicht zur Deckung der Kosten. Daher ist Weber besonders den grosszügigen Landeigentümern und Bauernfamilien, die das Land zu Verfügung stellen, dankbar. «Ohne diese wäre der alljährliche Betrieb unmöglich.»

Unzählige Anekdoten verbindet Beat Weber mit dem kleinen Skigebiet rund um die 270 Meter lange Piste. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm die Silvesternacht 1970. «Nach beendeter Installation der Pistenbeleuchtung sind wir damals im nächtlichen Schneegestöber erstmals mit den Ski ins neue Jahr gefahren», erzählt er. Im Februar 1973 gab es ein Masken-Skilaufen, inklusive Prämierung der besten Masken und im Januar 1985 führte die Titlis Ski-Akrobatik-Gruppe eine Nachtshow zum 15-Jahr-Jubiläum des Lifts auf; auch das unvergessliche Anlässe.

Für die Zukunft wünscht sich Beat Weber weiterhin ein so gutes Team von Freiwilligen, damit das Skifahren am Lindenberg möglich bleibt, und: «Jeden Winter eine 25 Zentimeter hohe Schneeschicht von Weihnachten bis Ostern.»