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Grosser Einsatz für die Zuger Wanderwege

Seit zehn Jahren engagiert sich der Verein Zuger Wanderwege für ein attraktives Wegnetz. Dahinter stecken viel Zeit, Aufwand und Schraubenschlüssel, wie ein Augenschein bei Unterhaltsarbeiten zeigt.
Laura Sibold
Der Unterhalt und die sorgfältige Signalisation der Zuger Wanderwege nehmen viel Zeit in Anspruch: Peter Hugener, Bruno Birrer und Beny Walker (grosses Bild, von links) helfen Jahr für Jahr tatkräftig mit. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 24. April 2019)

Der Unterhalt und die sorgfältige Signalisation der Zuger Wanderwege nehmen viel Zeit in Anspruch: Peter Hugener, Bruno Birrer und Beny Walker (grosses Bild, von links) helfen Jahr für Jahr tatkräftig mit. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 24. April 2019)

Der Föhn bläst stark an diesem Nachmittag Ende April, dennoch steht Peter Hugener festen Fusses auf der Leiter und hantiert mit einem Schraubenschlüssel an einem Wegweiser herum. Schon von weitem sind er und seine Kollegen zu erkennen, heben sich ihre orangen Arbeitsjacken doch deutlich von den grünen Wiesen unterhalb des Landgasthofs Breitfeld in Risch ab.

Acht Infrastruktur-Mitarbeiter, die jeweils für die Wander­wege in einem Gemeindegebiet zuständig sind, absolvieren an diesem Tag den jährlichen Weiterbildungsworkshop. «Heute geht es um die sachgerechte Signalisation der Wanderwege», erklärt Arthur Meier, Präsident des Vereins Zuger Wanderwege.

Wanderwege seit 40 Jahren in der Verfassung

Peter Hugener, Bruno Birrer und Beny Walker sind gerade dabei, die Wanderwegschilder am Standort Brüglen zu richten. Es sei schweizweit genormt, wie die Wanderwege aussehen müssen, verrät Hugener. Arthur Meier schaut den Arbeiten zu und ergänzt schmunzelnd: «Wir sind wohl das einzige Land, das die Wanderwegnetze seit 40 Jahren in der Verfassung festgehalten hat.» 1979 nahm das Schweizer Stimmvolk die entsprechende Initiative an. So ist nun gesetzlich unter anderem festgelegt, dass alle Wanderweg-Schilder aus jeder Richtung stets gut lesbar sein müssen. Zudem soll vom aktuellen Standort der nächste Wegweiser bereits auszumachen sein. Auch in Risch ist das der Fall. 300 Meter unterhalb der Brüglen ist die gelbe Farbe des nächsten Wegweisers zu sehen. Dort werde eine neue Stange eingebaut, erklärt Arthur Meier. «Da kommt eine Stange hin, die der Bauer einfach aus- und wieder einstecken kann. So kommt er mit seinen Landmaschinen problemlos durch.»

Auch SVP-Kantonsrat Karl Nussbaumer installiert neue Wanderwege. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 24. April 2019)

Auch SVP-Kantonsrat Karl Nussbaumer installiert neue Wanderwege. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 24. April 2019)

Um den Landwirten die Arbeit zu erleichtern, sind gewisse Wanderwegstangen auch besonders hoch. Im Gebiet Stockeri befestigt Karl Nussbaumer, auch SVP-Kantonsrat, zwei Schilder an einer Stange in fast drei Metern Höhe. Meier winkt zu Nussbaumer hinauf und zeigt dann auf eine Scheune in naher Entfernung. Bisher sei der Weg direkt vor der Scheune durchgegangen. Der Weg habe aber den Bauern wegen eines Bauvorhabens gestört, weshalb die Wanderstrecke über eine andere Strasse umgeleitet werde. Entsprechend werden in der Stockeri nun zwei Wegweiser umsignalisiert. Nussbaumer holt Werkzeug aus dem Montagebus und steigt erneut auf die Leiter. «Kann mir einer noch einen Schraubenschlüssel bringen», ruft er einem Kollegen zu, «das habe ich vergessen.»

Bis 2020 sind alle Zuger Wanderwege digital erfasst

Der Verein Zuger Wanderwege kontrolliert seit 2009 mehrmals jährlich die Wanderwege und sorgt für die Signalisation. Für den Unterhalt der Signalisation des über 556 Kilometer langen Wanderwegnetzes im Kanton Zug wendeten die Mitarbeiter im vergangenen Jahr knapp 1700 Stunden auf. Dazu gehören auch das regelmässige Ablaufen der Wege und das Nachführen der Standortblätter von Hand. Zurzeit verfügt der Verein noch über ein Papier-Archiv, im Büro in Holzhäusern werden zig Ordner mit Standortblättern aufbewahrt.

(Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 24. April 2019)

(Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 24. April 2019)

Damit sei aber bald Schluss, betont Präsident Arthur Meier. Bis 2020 sollen sämtliche Zuger Wanderwege digital erfasst sein, wie dies in den Kantonen Schwyz und Luzern bereits der Fall ist. «Im neuen System Mistra werden Distanz und Wanderzeit einer Strecke automatisch erfasst. Das verringert unseren Aufwand enorm», so Meier. Das System erkenne bei Routenänderungen, welche Wegweiserstandorte wie angepasst werden müssen. Des Weiteren werden mit der neuen Routenplanung fertige Wanderrouten erfasst, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind. Währenddessen sind einige Mitarbeiter noch immer damit beschäftigt, Wegweiser zu säubern und neue Richtungsanzeiger anzubringen. An einem Standort an der Küssnachterstrasse hat der Wind merklich zugelegt, einem Arbeiter bläst es die Kappe mit dem Zuger-Wanderwege-Logo vom Kopf.

Stürmische Zeiten hat auch der Verein hinter sich. Da der Kanton die jährlichen Beiträge um 30 Prozent kürzen wollte, kündigte der Vorstand 2018 die Vereinsauflösung an. Dies konnte jedoch verhindert werden: Mittlerweile wurde die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton bis Ende 2019 verlängert. Per 1. Januar 2020 tritt eine neue Vereinbarung in Kraft, über Aufgaben und Beiträge wird zurzeit verhandelt. Es freue ihn, dass man weiter bestehe und im Juni das 10-Jahr-Jubiläum mit einem Wandertag für die ganze Bevölkerung feiern könne, betont Meier. Wie das Zuger Wanderwegnetz ist nämlich auch der Verein stetig gewachsen: Vor zehn Jahren mit 30 Personen gestartet, hat der Verein nun rund 650 Mitglieder.

Kostenloser Jubiläumswandertag

Der Verein Zuger Wanderwege feiert sein 10-Jahr-Jubiläum mit der Bevölkerung. Am Samstag, 15. Juni, findet der kostenloseubiläumswandertag statt. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr beim Vordergeissboden auf dem Zugerberg mit gutem Schuhwerk und dem Wetter angepasster Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zwischen vier geführten Wander­routen auswählen: Die Gemütliche: vom Zugerberg bergab nach Oberwil.
Die etwas Anspruchsvollere: vom Sätteli via Räbrüti und Nollen bis nach Unterägeri. Die Anspruchsvolle: zwischen Wildspitz und Rigi nach Goldau, mit 14 Kilometern und einem Abstieg von 795 Metern die anspruchsvollste Route. Zugiblubbi für die Kinder: eine Kinderwanderung mit Geschichte und Möglichkeit zum Grillieren.
Alle weiteren Wanderungen des Vereins Zuger Wanderwege – wie etwa eine Flüssewanderung in Ennetsee, ein Schmetterlingspfad in Lungern oder eine Moorwanderung in Rothenthurm – finden sich im Jahres­programm online unter www.zugerwanderwege.ch. (ls)

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