Grünes Licht für die Baarer Obermühle-Baustelle

Drei Wohnhäuser auf dem östlichen Teil des Areal Obermüli Süd dürfen erstellt werden.

Zoe Gwerder
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Gegen den Bau hinter der Brauerei Baar wurde beim Bund ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen gestellt. Nun meldet das Eidgenössische Departement des Innern: Es wir keine solchen Massnahmen geben.

Gegen den Bau hinter der Brauerei Baar wurde beim Bund ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen gestellt. Nun meldet das Eidgenössische Departement des Innern: Es wir keine solchen Massnahmen geben.

Bild: Maria Schmid (Baar, 25. Mai 2020)

Gegen den Bau auf dem Obermühle-Areal hinter der Brauerei werden keine vorsorglichen Massnahmen ergriffen. Dies geht aus einem Schreiben des Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) an den Gesuchsteller hervor. Der Bund hatte die Situation anhand der Projektunterlagen sowie eines Augenscheins durch die Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege des Bundesamtes für Kultur beurteilt und ist zum Schluss gekommen, dass nicht auf das Gesuch nach einem Baustopp für 24 Monate sowie einem Rückbau der bisher getätigten Arbeiten eingegangen wird.

Im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (Isos) habe die Wiese bei der Obermühle eine zentrale Rolle gespielt. Das Isos «betonte die charakteristische Inselstellung der Gewerbeareale und leistete einen wichtigen Beitrag zum räumlichen Bezug zwischen der Obermühle, der Brauerei und der Spinnerei», schreibt EDI-Generalsekretär Lukas Gresch-Brunner.

Durch die Neubauten westlich und östlich der Obermühle hebe sich nun das Mühleareal «kaum noch» als Bebauungsinsel von der Umgebung ab. «Zudem wurde der ohnehin schon bescheidene räumliche Bezug zwischen Mühleareal und Spinnerei durch die grossvolumigen Neubauten an der Langgasse zusätzlich gemindert», schreibt das EDI in seiner Begründung. Deshalb führe eine Überbauung auf dem Grundstück hinter der Brauerei «zu keiner zusätzlichen Beeinträchtigung der Qualität des Ortsbildes».

Baar plante am Isos vorbei

Das Schreiben hält aber auch fest, «dass den Empfehlungen des Isos in den letzten Jahren offensichtlich nicht gefolgt wurde.» Diese verlangen «für den einzigen grösseren Freiraum innerhalb des Orts, das Vorgelände bei der Obermühle, ein absolutes Bauverbot zu erlassen und die weitere Ausdehnung der Neuüberbauungen in die wenigen noch unverbauten Umgebungsteile unbedingt zu verhindern».