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Grüne bekämpfen geplanten Halbanschluss in Risch

Ein Autobahn-Halbanschluss an der Buonaserstrasse soll für Verkehrsentlastung sorgen. Die Grünen jedoch warnen vor zusätzlichem Durchgangsverkehr und haben eine Petition lanciert. Die Gemeinde hält dagegen.
Christopher Gilb
Das Gebiet, wo ein möglicher Autobahn-Halbanschluss gebaut werden könnte. Bild: Maria Schmid (Risch, 3. Juli 2018)

Das Gebiet, wo ein möglicher Autobahn-Halbanschluss gebaut werden könnte. Bild: Maria Schmid (Risch, 3. Juli 2018)

Die Blechlawine, die täglich zu den Stosszeiten zähflüssig durch den Forrenkreisel in Rotkreuz rollt, veranschaulicht eindrücklich das Problem, das die Ennetseegemeinde hat: Durch das starke Wachstum in den letzten Jahren sind die Strassen oft überlastet. Der Gemeinderat ist diese Herausforderung angegangen und hat ein kommunales Gesamtverkehrskonzept verabschiedet. Dieses umfasst 55 Massnahmen, darunter neue Fuss- und Veloachsen, einen Bypass beim Forrenkreisel und einen neuen Halbanschluss an die A4 bei der Buonaserstrasse.

Letzteres kommt bei den Grünen Risch-Rotkreuz aber gar nicht gut an. Bereits in ihrer Stellungnahme zum Gesamtverkehrskonzept lehnte die Partei den geplanten Autobahn-Halbanschluss deshalb «vehement» ab. Denn dieser führe zu «massiv mehr Durchgangsverkehr durch die Wohngebiete von Rotkreuz, Buonas und Risch».

Grüne sehen Firmen in der Verantwortung

Um ihrer Position Nachdruck zu verleihen, hat die Partei in den letzten Wochen zudem eine Petition gestartet. Voraussichtlich bis Ende August 2018 werden auf der Strasse und online Unterschriften dafür gesammelt. «Wir wollen dem Gemeinderat damit ein Stimmungsbild aus der Bevölkerung geben und ihm aufzeigen, dass er mit diesem Plan völlig auf dem Holzweg ist und in die falsche Richtung plant», sagt Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin und Präsidentin der Grünen Risch-Rotkreuz.

Mit der Petition soll den Gemeinderat nun auffordert werden, sich beim Regierungsrat dafür einzusetzen, vom Halbanschluss abzusehen. Denn zu viele Menschen wären in ihrer Lebensqualität durch eine weitere Verkehrslawine beeinträchtigt, findet die Partei. «So ein Halbanschluss ist nicht nur eine schlechte Lösung, er ist gar keine Lösung», doppelt Schriber-Neiger nach. Denn insbesondere Schulkinder, Senioren des Alterszentrums, Menschen, welche alle die Buonaserstrasse queren oder zum Rotkreuzer Dorfplatz auf den Zug zum Bahnhof wollten oder die Sportplätze benutzen würden, seien davon arg betroffen. «Alle vier Dörfer der Gemeinde Risch werden mit einem Halbanschluss nicht beruhigt, sondern mit Mehrverkehr überschwemmt», so Schriber-Neiger. Die Idee sei umso fragwürdiger, weil der Verkehr durch Zonen geführt würde, die man bewusst verkehrsberuhigt habe. Zur Lösung des Verkehrsproblems sieht die Politikerin vielmehr die Firmen in der Verantwortung. «Eine der Hauptursachen für das Verkehrsproblem sind die vielen Pendler. Firmen sollten deshalb mehr Anreize schaffen, dass die Mitarbeiter mit dem Velo oder dem ÖV zur Arbeit kommen und es im Gegenzug unattraktiver machen, das Auto zu gebrauchen.»

Als gutes Beispiel nennt sie Roche. Seit einiger Zeit belohnt das Pharmaunternehmen Mitarbeiter, die den Arbeitsort in weniger als 35 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr erreichen und dies auch tun, mit einem Mobilitätsbonus. Zudem liesse sich vermehrt auf Fahrgemeinschaften oder auch auf E-Bikes setzen, so Schriber-Neiger. «Das sind zeitgemässe Lösungen.» Die Politik könnte dazu beitragen, indem sie für ein attraktiveres und sichereres Velonetz sorge.

Gemeinde hält Diskussion für verfrüht

Der zuständige Bauchef Ruedi Knüsel (FDP) hält die Diskussion um den Anschluss für verfrüht: «Wir sind noch auf der Konzeptstufe und haben erst die Mitwirkung abgeschlossen. Jetzt werden die Rückmeldungen ausgewertet und in einem Bericht zusammengefasst.» Bisher würden die Rückmeldungen das ganze Spektrum abdecken. Unter dem Vorbehalt, dass Bund und Kanton ja sagen, brauche es zusätzlich dann auch noch einen Entscheid der Stimmberechtigten über eine allfällige finanzielle Beteiligung. Seiner Meinung führe es aber doch zur Entlastung innerhalb des Rotkreuzer Kerns und entlang der Chamerstrasse, wenn der Verkehr aus dem südöstlichen Teil von Rotkreuz direkt über die Buonaserstrasse auf die Autobahn geführt werde. «Davon können mehrere hundert Anwohner profitieren», so Knüsel.

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