Grünes Licht für die Schulprojekte in Oberägeri

An der Gemeindeversammlung vom Montagabend wurden alle drei Kredite zur Weiterentwicklung der Schule genehmigt. Bei der Fassade des neuen Schulhauses muss der Gemeinderat aber nochmals über die Bücher.

Rahel Hug
Drucken
Teilen
So könnte der Neubau des Schulhauses Hofmatt 4 aussehen. (Visualisierung: PD)

So könnte der Neubau des Schulhauses Hofmatt 4 aussehen. (Visualisierung: PD)

Die Klimadebatte zeigt Wirkung in Oberägeri. Zwei Anträge des Forums fanden eine Mehrheit unter den 132 Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle Maienmatt. Zum einen forderte Präsident Philipp Röllin, 50 000 Franken des Mehrertrags in der Rechnung 2018 für den Bezug von Sonnenstrom von der Ägerital Energie Genossenschaft zurückzustellen. Zum anderen, weitere 50000 Franken für «eine gezielte naturnahe Aufwertung des öffentlichen Raumes» zu verwenden. Der erste Antrag wurde sehr deutlich mit lediglich 4 Ge­genstimmen, der zweite mit 64 Ja- zu 39 Nein-Stimmen angenommen.

Nach der Jahresrechnung stand die Schule im Fokus der Gemeindeversammlung. Hierzu trat der Rektor Roman Fässler ans Mikrofon. Er zeigte auf, wie sich die Ansprüche an die Schule im Laufe der Zeit gewandelt haben. Vom Frontalunterricht im grossen Klassenverband zur individuellen Förderung und zum selbstgesteuerten Lernen. «Wir brauchen die Möglichkeiten, in verschiedenen Formen miteinander zu arbeiten», erklärte Fässler. Dadurch ergeben sich neue Ansprüche an die Schulräumlichkeiten. Zum Beispiel werden Gruppenräume benötigt. Gemeinderat und Schulvorsteher Marcel Güntert gab Einblick in die Schulraumplanung, die 2014 gestartet wurde. «Der Prozess sollte aufzeigen, was wir genau brauchen», so Güntert. Einige Projekte, wie beispielsweise die Sanierung und der Anbau des Schulhauses Morgarten, konnten inzwischen bereits realisiert werden, jetzt stehen weitere Schritte bevor. Konkret sind eine Aufstockung und Fassadensanierung des Schulhauses Fischmatt (1,68 Millionen Franken), ein neues Schulhaus auf dem Areal Hofmatt (7,99 Millionen Franken) sowie Nutzungsanpassungen in den bestehenden Schulgebäuden Hofmatt 1, 2 und 3 (899000 Franken) geplant. Gemeindepräsident Pius Meier stellte die einzelnen Projekte im Detail vor.

CVP zeigt sich skeptisch wegen der Kosten

Der Kredit für die Aufstockung und Fassadensanierung des Schulhauses Fischmatt wurde grossmehrheitlich angenommen. Zum Neubau des Schulhauses Hofmatt 4 äusserte sich Patrick Iten, Präsident der CVP-Ortspartei, kritisch. Die Kosten von knapp 8 Millionen Franken seien zu hoch, war er der Ansicht. «Ich möchte nicht grundsätzlich gegen das Projekt reden, aber ich bin der Meinung, man könnte es etwas günstiger machen.» So sei die Betonfassade nicht die richtige Wahl. Iten stellte einen Antrag, dass die Fassade als Kompaktfassade oder vorgehängte Fassade erstellt werden muss und nicht in Ortsbeton. Der Bauunternehmer Alex Rogenmoser und Esther Schelbert von der Rechnungsprüfungskommission unterstützten ihn. «Wir sollten einen Zweckbau erstellen, und dieser muss nicht vergoldet werden», sagte Schelbert, und Rogenmoser wies auf das Risiko der Rissbildung bei Betonfassaden hin. «Der Gemeinderat soll gemeinsam mit den Architekten eine bessere Lösung suchen.» Der Antrag wurde grossmehrheitlich angenommen. Der Kredit für die baulichen Anpassungen schliesslich wurde diskussionslos genehmigt, und Pius Meier sprach am Ende von einem «Meilenstein für die Entwicklung der Schule in Oberägeri».