Leserbrief

Grüsse sollen von Herzen kommen

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Grussformeln in Briefen ändern sich. Es hat eine Zeit gegeben, da hat man «Hochachtungsvoll», «Mit vorzüglicher Hochachtung» gegrüsst. Immerhin hat der Gruss, auch wenn es nicht einfach war, zu verstehen, was darunter gemeint war, nach Respekt geklungen.

Seit ein paar Jahren hat sich eine Grussformel verbreitet, die weit schwieriger zu verstehen ist: «Beste Grüsse». Was heisst das? «Beste» tönt nach Benotung. Wer benotet? Und wie muss ein Gruss sein, dass er «bestens» ist? Und auch noch Mehrzahl! Kann man einen Gruss, der bestens ist, vervielfältigen? Ist das nicht anstrengend?

Da liebe ich doch einen Gruss, der nach «Herzkultur» aussieht: «Liebe Grüsse», «Ganz liebe Grüsse», «Viele liebe Grüsse», «Herzliche Grüsse» das ist doch etwas Warmes. So wie das, was der Chefredaktor dieser Zeitung Harry Ziegler jeweils anfügt, wenn er einem schreibt: «Freundlich grüsst, Harry Ziegler».

Gotthard Ritter, Hünenberg See