GUGGENMUSIG: Aus den Gugus-Rittern werden nun Könige

Letztes Jahr waren sie noch Ritter, dieses Jahr aber sind sie als Könige unterwegs. Die Guggenmusig Gugus, die einst im Jugendtreff Herti gegründet wurde, feiert heuer den 20. Geburtstag.

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Zuversichtlicher Blick in die Zukunft: Roman Lobsiger, seit Beginn dabei, und Präsidentin Regula Hofer. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft: Roman Lobsiger, seit Beginn dabei, und Präsidentin Regula Hofer. (Bild Stefan Kaiser/Neue ZZ)

«Wir sind eher die Senioren unter den Guggenmusigen, aber die Leute schätzen uns gerade, weil wir nicht die lautesten sind», sagt Regula Hofer (31), Präsidentin, schmunzelnd.

Ihr Durchschnittsalter ist nämlich über 30. «Trotzdem feiern wir immer noch gerne und haben Freude an der Fasnacht», sagt Hofer und fügt an: «Das Schöne an der Fasnacht ist, dass es keine Grenzen in der Vielfältigkeit gibt, es hat für jeden einen Stil.» Einen Stil, den man pflegt. «Mit zunehmendem Alter macht man halt nicht mehr alles mit. Aber wir haben nach wie vor Spass am Musizieren», sagt Roman Lobsiger (43), der seit Anfang an dabei ist.

Jedes Jahr küren sie den «Spassvogel» in der Gruppe. Der Auserwählte ist jeweils derjenige, dem an der vorjährigen Fasnacht etwas Lustiges passiert ist. Der «Spassvogel» muss dann an den Auftritten einen Helm tragen.

Aller Anfang ist schwer
Als es vor 20 Jahren um den Namen ging, hatte jemand die Idee: «Gugus». Zuerst lachten alle, als sich dann aber kein besserer Name finden liess, stimmten doch alle zu. So gingen die gut dreissig Fasnächtler zum ersten Mal gemeinsam im Jahr 1990 an die Fasnacht. Unter dem Motto «Rot» machten sie die Zuger Strassen unsicher.

Jedes Jahr von neuem waren sie mit viel Elan dabei, immer mit dem Ziel: «Wir wollten das Brauchtum in die Stadt hinein- und in den Kanton hinaustragen», so Lobsiger. Der Weg von der Herti zur anerkannten Guggenmusig im Kanton war nun geebnet.

Vor zwei Jahren erlitten sie allerdings einen grossen Rückschlag: 18 Aktivmitglieder verliessen die Gruppe, und die Weiterführung stand plötzlich auf der Kippe. «Wir wussten nicht, ob wir weitermachen können», so Lobsiger. Obwohl sie Verständnis für das Austreten der langjährigen Mitglieder hatten, war es schwierig, die Lücken zu füllen. «Zehn Leute mussten sich instrumental umschulen», erklärt Lobsiger, damit sie wieder eine Vielfalt an Instrumenten hatten. Aber dieser Wandel hatte auch einen positiven Effekt. «Heute sind wir von der Anzahl her weniger, wir spielen aber professioneller und üben intensiver», sagt Hofer.

Immer noch mit Freude dabei
Das grosse Jubiläumsfest feiern die Gugus gemeinsam mit Freunden heute Abend in der Industrie 45 (siehe Kasten). Unter dem Motto «Vom Ritter zum König» werden auch die Räumlichkeiten gestaltet.

Obwohl sie über die Jahre eher im Hintergrund geblieben sind, ist es auch für sie schwierig, neue Mitglieder zu finden. «Zurzeit haben wir eine kleine Durststrecke, aber in einigen Jahren sind die ersten Kinder unserer Mitglieder älter, und wir erhoffen uns dann einen Zuwachs», sagt Regula Hofer zuversichtlich.

Und was hält die Präsidentin seit 15 Jahren – ihr halbes Leben – bei den Gugus? «Man kann in eine andere Welt eintauchen, lernt neue Leute kennen», sagt sie. «Und die Nacht wird zum Tag.»

Carina Iten