Leserbrief

Gut gemeint, aber mit Mängeln

Zur kantonalen Abstimmung über die Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes vom 19. Mai in Zug

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Die aktuelle und kantonale Abstimmung zur Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes hier im Zugerland ist zwar gut gemeint, sie hat aber grosse Mängel. Sie sollte diverse altherkömmliche Häuser und Scheunen vor weiteren Gebäudeabbrüchen nachhaltig schützen und sie unbedingt auch der künftigen Nachwelt erhalten. Denn hier im kleinen Zugerland hatten wir einst eine grosse Vielfalt an unterschiedlichsten Häusern, Scheunen und Schopfgebäuden. Vor allem in der Gemeinde Steinhausen gingen seit dem grossen Bauboom in den 1960er-Jahren zu viele wertvolle und erhaltenswerte Gebäude unwiederbringlich verloren.

So sollte auch die jeweilige Eigentümerschaft zum nachhaltigen Gebäudeunterhalt gesetzlich verpflichtet werden. Wie das Architekturbeispiel oberhalb Blickensdorf zeigt, so erlaubt die heutige wie auch künftige Ortsplanungsmogelpackung (gemäss maximaler Ausnützungsziffer) allerlei hässliche Miniaturwohnblöcke in reinen Einfamilienhauszonen erbauen zu dürfen. Es wird keinerlei Rücksicht auf Landschaftsumgebung und Heimatwerte genommen. Einstmals sehr grosszügig eingezontes Bauland sollte gegebenenfalls fast zahlungsersatzlos wieder landwirtschaftlicher Nutzung zurückgeführt werden. Grundsätzlich sollten in Zukunft in reinen Einfamilienhauszonen nur noch wirkliche Einfamilienhäuser gebaut werden, die den herkömmlichen und allgemein verständlichen Vorstellungen entsprechen.

Kurt Clemenz Meier, Steinhausen