HAGENDORN: Dank zwei Frauen zu Höchstleistungen

Silvia Baroni Scheurenberg dirigiert den Männerchor mit südamerikanischem Elan. Und Gabi Schmidiger-Pfaff hält die Theatergruppe auf Trab.

Martin Mühlebach
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Vermögen das Publikum zu begeistern: die Sänger des Männerchors. (Bild: Stefan Kaiser (Hagendorn, 25. Januar 2017))

Vermögen das Publikum zu begeistern: die Sänger des Männerchors. (Bild: Stefan Kaiser (Hagendorn, 25. Januar 2017))

Martin Mühlebach

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Die in Argentinien geborene Silvia Baroni Scheurenberg dirigiert den Männerchor Hagendorn erst seit dem vergangenen März, aber ihre Handschrift ist bereits deutlich zu erkennen. Chorsänger Herbert Föllmi sagt: «Unsere Dirigentin verlangt viel von uns. In harten Proben feilt sie unerbittlich an Details, aber uns macht das Spass.» Und das wirkt sich positiv aus. Das diesjährige Männerchorkonzert unter dem Motto «Freude am Leben» vermag zu begeistern. Das Publikum kommt in den Genuss von präzis vorgetragenen traditionellen Männerchorliedern, die jedes Herz zu erfreuen vermögen.

Tosenden Applaus erntet der blinde Josef Affentranger, der das nach einer russischen Melodie vertonte Lied «Frühlingsboten» mit einer unübertrefflichen Soloeinlage krönt. Applaus erntet auch Hanspeter Knobel, der für sein 50-jähriges Wirken in verschiedenen Funktionen im Männerchor Hagendorn geehrt wird. Mit dem Ohrwurm «So ein Tag, so wunderschön wie heute», geht ein Konzert zu Ende, das die kühnsten Erwartungen übertrifft. Dies ist auch ein Verdienst von Marc Strasser und Stefan Bättig, die mit humorvoll-witzigen Ansagen durchs Programm führen.

Esoterische Seminare im Hause Gasser

Nach einer kurzen Pause erfreut die Theatergruppe das Publikum mit der esoterischen Komödie «Manne mit und ooni Visione» in zwei Akten von Ramona Pfund. Unter der Regie von Gabi Schmidiger-Pfaff geht es auf der Bühne hoch zu und her. Nick Gasser (Adrian von Wyttenbach) vermag es nicht zu «verputzen», dass seine Frau Susanne (Tatjana Croci-Maspoli) nach dem Auszug der bereits erwachsenen Kinder sofort wieder einen tollen Job gefunden hat. Als Susanne dann mit ihrem gut aussehenden Chef für drei Wochen nach New York reist, platzt ihrem Gatten der Kragen. Er nimmt ein nicht ganz wasserdichtes Jobangebot seines besten Freundes Joe Bommeli (Ruedi Schelbert) an, der eine Internetseite «Visionen.tv» aufzutun gedenkt, in der sich Männer von Männern für vier Franken und 50 Rappen pro Minute die Zukunft voraussagen lassen können. Neben Nick Gasser stellt Joe Bommeli auch den Rentner Max Jäggi (Ruedi Vogt), den Neurotiker Francois Bill (Toni Quini) und den Hippie Fibs Kuster (Silvan Bircher) ein. Um sich auf das Empfangen von Visionen zu trimmen, werden im sturmfreien Hause Gasser esoterische Seminare abgehalten, die allerdings nicht wunschgemäss verlaufen, weil sich ein paar Frauen in das bunte Treiben einmischen.

Wie die Geschichte wohl ausgeht?

Die spanische Haushälterin Consuelo Gonzales sorgt mit ihrem oftmals überbordenden Temperament für Unruhe. Alice ­Wüthrich (Karin Holzgang-Gretener), die beste Freundin von Susanne Gasser, versucht, die Lage zu retten. Ob es ihr gelingt, nachdem sie sich unsterblich in den Hippie Fibs Kuster verliebt hat? Das Geschehen nimmt eine drastische Wendung, als Nick Gassers Mutter Trudi (Patricia Bucher) eintrifft und seine Frau Susanne aus New York zurückkehrt. Wie die Geschichte wohl ausgeht? Sicher ist, dass die Regisseurin Gabi Schmidiger-Pfaff ihre Akteure ebenso zu Höchstleistungen pusht, wie es die Dirigentin Silvia Baroni Scheurenberg mit dem Männerchor tut.

Hinweis
Weitere Aufführungen finden am Freitag, 27. Januar, und am Samstag, 28. Januar, jeweils um 20 Uhr, und am Sonntag, 29. Januar, um 15 Uhr in der Mehrzweckhalle Hagendorn statt.