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HAGENDORN: Hier spannen Denkmalpflege und Bauherr gut zusammen

Lange hats gedauert. Doch nun laufen die Umbauarbeiten für die denkmalgeschützten Kost- häuser auf Hochtouren.
Mit viel Holz und einem diskreten Anbau auf der Rückseite werden die ehemaligen Arbeiterhäuser derzeit attraktiv saniert. (Bild: Visualisierung PD)

Mit viel Holz und einem diskreten Anbau auf der Rückseite werden die ehemaligen Arbeiterhäuser derzeit attraktiv saniert. (Bild: Visualisierung PD)

Vor knapp zwei Jahren sah es so aus, als ob die Hagendorner Kosthäuser zur schwer verdaulichen Kost würden. Zeigten doch die früheren Zuger Besitzer der historischen Häuser mangels Aussicht auf sprudelnde Renditen wenig Lust, die acht Häuser von anno 1866 zu sanieren. Doch seitdem die Strüby Immo AG aus Seewen das Grundstück der Arbeitersiedlung der früheren Baumwollspinnerei im Januar dieses Jahres erworben hat, tut sich sehr viel.

Schon alle Wohnungen weg

Genauer gesagt laufen die Umbauarbeiten derzeit auf Hochtouren. Und die ersten neuen Besitzer der sanierten, denkmalgeschützten Häuser können bereits im Frühjahr 2016 in ihr lauschiges Domizil direkt an der Lorze einziehen. «Für das Gesamtprojekt, das heisst für die Kernsanierung der acht Häuser inklusive Waschhaus, Parkplätze und Umgebung investieren wir 19 Millionen Franken», verrät Pius Kneubühler von der Firma Strüby.

Der Clou des Umbaus ist zum einen, dass der Schwyzer Bauherr in den acht Häusern jeweils eine 5 1/2 -Zimmer-Dachwohnung und eine 6 1/2 -Zimmer-Erdgeschosswohnung realisiert – und dies jeweils über zwei Stockwerke. Zum anderen hat die Strüby Immo AG auf der Rückseite der acht Gebäude Richtung Fluss die Häuser um je einen Neubau verlängert. In diesem befinden sich die grossen Wohnküchen sowie im Dachgeschoss das Wohnzimmer. Gerade für diese Anbauten wird aussen und ­innen viel Holz als Baustoff verwendet – so wie dies von der kantonalen Denkmalpflege gefordert wurde. Die unterschiedlich grossen Wohnungen mit einer Grösse von 134 bis 161 Quadratmeter kosten zwischen 1,17 und 1,3 Millionen Franken. «Die meisten Eigentumswohnungen sind allerdings entweder schon reserviert oder bereits auf ihre neuen Besitzer überschrieben», lässt Kneubühler wissen. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem kantonalen Denkmalamt: «Das hat wirklich sehr gut geklappt und zeigt, wie Denkmalschutz und Marktwirtschaftlichkeit miteinander vereinbar sind.» Das Projekt, das auf den Plänen der Zuger Architekten Silvia und Kurt Schenk fusse, mache einen Riesenspass. «Es ist auch für ­unsere Mitarbeiter wirklich sehr speziell und unterm Strich nicht nur ein Rendite­objekt.» Eine zusätzliche Attraktion für die neuen Bewohner auf der Lorzeninsel ist nicht zuletzt, dass der in diesem Jahr fertiggestellte Lorzenweg zwischen Hagendorn und Cham direkt vor den Kosthäusern vorbeiführt.

Auch das Amt für Denkmalpflege und Archäologie ist voll des Lobes für die Sanierung der Kosthäuser, in denen den Arbeitern im 19. Jahrhundert Kost und Logis gewährt wurde. «Diese Häuser in Hagendorn sind aus unserer Sicht ein sehr gelungenes Beispiel für den Erhalt eines wertvollen Ensembles», sagt die stellvertretende Amtsleiterin Franziska Kaiser. Die Gebäude würden in ihrer ursprünglichen Erscheinung bewahrt. «Mit gestalterisch zurückhaltenden Anbauten auf der Rückseite kann der Wohnraum dennoch erweitert und an zeitgemässe Bedürfnisse angepasst werden», versichert die Denkmalpflegerin. Vor einigen Jahren sei mit der damaligen Eigentümerschaft in einer Studie gemeinsam ein Umbau- und Erweiterungskonzept erarbeitet worden. «Dieser Schritt war wichtig, denn das Konzept war dann die Grundlage für die weitere Planung – auch mit dem aktuellen Eigentümer.» Die ortsbildprägende Bedeutung dieser ehemaligen Arbeitersiedlung sei von allen anerkannt. «Investoren, Architekten und die Zuger Denkmalpflege arbeiteten dann gemeinsam auf ein Ziel hin, mit Verständnis für die gegenseitigen Anliegen.»

Auch in Unterägeri gelungen

Apropos. Das Konzept einer rückwärtigen Erweiterung eines historischen Hauses wurde laut Zuger Denkmalpflege zum Beispiel auch beim Bauernhaus Blacki in Unterägeri, das eine Bausubstanz aus dem 16. Jahrhundert aufweist, angewendet. Kaiser: «Auch dort konnte dank einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit Bauherrschaft und Architekten das Denkmal erhalten und gleichzeitig der Wohnraum den heutigen Bedürfnissen angepasst werden.» wolfgang Holz

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