HAGENDORN: Millionenschulden haben sich angehäuft

Vor knapp zwei Jahren ist die Autogarage Zimmermann pleitegegangen. Wie sich jetzt zeigt, ist der Schaden beträchtlich. 2017 soll die Liegenschaft versteigert werden – es gibt mehrere Interessenten.

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Nur noch Tankstelle und Shop bei der ehemaligen Garage Zimmermann sind in Betrieb. (Bild:)

Nur noch Tankstelle und Shop bei der ehemaligen Garage Zimmermann sind in Betrieb. (Bild:)

10 Millionen Franken Schulden: Das ist die Bilanz der ehemaligen Autogarage Zimmermann in Hagendorn. Diese haben Gläubiger vom Konkursamt Zug mitgeteilt bekommen. Die Liegenschaft soll nun nächstes Jahr versteigert werden. Zu einem Startpreis von 3 Millionen Franken.

Die nackten Zahlen werden von Markus Spiess, Leiter des Zuger Handelsregisters und Konkursamts, bestätigt und gleichzeitig relativiert. «Die eingereichten Gesamtforderungen belaufen sich auf den erwähnten Betrag. Diese werden zurzeit im Rahmen des Kollokationsverfahrens bereinigt und geprüft und dürften sich möglicherweise dadurch etwas reduzieren», sagt Spiess. Die Gesamtschuld ergebe sich aus dem Gläubiger- sowie dem Lastenverzeichnis, welche beide zur Einsicht der Gläubiger aufgelegt werden. «Zu welchem Betrag die Liegenschaft verwertet wird, zeigt sich erst anlässlich der Versteigerung. Dem Meistbietenden wird der Zuschlag erteilt.»

Traditionsunternehmen gab es seit 1974

Erinnern wir uns zurück. Wegen Überschuldung hatte der Konkursrichter Ende Januar 2015 das Konkursverfahren eröffnet. Die Autogarage Walter Zimmermann in Hagendorn war ein Traditionsunternehmen. Seit 1974 hat es den Betrieb an der Sinser­strasse 400 gegeben. Seit 1997 firmierte die Garage Zimmermann als AG im Handelsregister – als Familienunternehmen quasi. Von der Pleite sind 23 Mitarbeiter betroffen gewesen. Die Garage war einmal Vertragshändler von Volvo, Renault und Ford, organisierte ein Golf-Turnier, sponserte die Zuger Jazz Night mit und investierte viel ins Marketing. Nun können Autofahrer noch tanken, ihr Auto waschen und einkaufen.

«Es sind ausstehende Lohnforderungen angemeldet worden», so Markus Spiess. Die Insolvenzentschädigung sei den Angestellten von der Arbeits­losenkasse ausbezahlt worden. «Die Lohngläubiger sollten auch eine Dividende aus dem Konkursverfahren erhalten. Wie hoch diese ausfällt, hängt unter anderem vom Verwertungserlös der Liegenschaft ab», erklärt der Konkursamtsleiter. Das Steigerungsverfahren werde aber erst eingeleitet, wenn das Lastenverzeichnis für die Liegenschaft und der Kollokationsplan rechtskräftig seien. «Das sollte im ersten Halbjahr 2017 der Fall sein, wobei sich das Verfahren durch die Einreichung von Kollokationsklagen oder Beschwerden jederzeit verzögern kann.» Es handle sich um ein komplexes Verfahren mit zahlreichen Gläubigern und weiteren Interessierten. Von der Konkursverwaltung wird mittels Verfügung entschieden, welche Forderungen in welchem Umfang zugelassen werden. «Da Teile der Liegenschaft vermietet sind, können laufend Erlöse für die Masse erzielt werden.» Zu den Mietern zählen derzeit die Alimentana aus Ebikon, die den Aperto-Shop betreibt, die Öl-Pool AG in Sachen BP-Tankstelle sowie ein Pannendienst.

Liegenschaft ist attraktiv und gleichzeitig limitiert

Doch wie geht es weiter mit der Liegenschaft? Denn einerseits ist das Areal an der Sinserstrasse sehr attraktiv, weil täglich Tausende von Pendlern aus dem Freiamt Richtung Zug und Luzern an der Tankstelle vorbeifahren. Andererseits darf nichts Neues auf dem Areal, auf dem der ehemalige Patron Walter Zimmermann lebenslang das Wohnrecht besitzt, gebaut werden. Grund: Die Liegenschaft befindet sich in der Landwirtschaftszone. «Die künftige Nutzung hängt davon ab, wer die Liegenschaft ersteigern wird», sagt Markus Spiess. «Es sind mehrere Interessenten vorhanden.» Einer, der ein gesteigertes Interesse für den Kauf der Liegenschaft hegt, ist Ramon Werner, CEO der Öl-Pool AG in Suhr. «Unser Ziel ist es, die Liegenschaft zu besitzen, um dann Tankstelle und Shop gemeinsam zu betreiben und ein grösseres Sortiment anzubieten.»

Wolfgang Holz

wolfgang.holz@zugerzeitung.ch