HALLENBÄDER: Füdliblutt oder nur mit Badehose: Was ist in Zug erlaubt?

In Wallisellen entbrannte ein Streit im Schwimmbad. Die Schulbehörde wollte durchboxen, dass während den Unterrichtszeiten Erwachsene wegen der Kinder nicht nackt duschen. In Zug ist das weniger ein Problem – und doch gibts Wünsche.

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Das Hallenbad Loreto. (Bild: Stefan Kaiser)

Das Hallenbad Loreto. (Bild: Stefan Kaiser)

«Werte Gäste, aufgrund der vielen Kinder, die sich in der Nasszelle aufhalten und die Dusche durchlaufen, bitten wir Sie, nur in den abschliessbaren Kabinen nackt zu duschen.» So lautete jüngst der Appell der Walliseller Schulbehörde an Erwachsene in einem Hallenbad. Diese waren dann aber gar nicht über das öffentliche Nacktduschverbot begeistert, wie im «Blick» zu lesen war, und schimpften über den «Terror einer Grundschule gegen eine ganze Stadt». Der Bann gegen Nacktduscher ist wieder aufgehoben worden.

Fragt man nach in Zuger Bädern zu diesen Verbotspraktiken für Erwachsene, erntet man lediglich Kopfschütteln oder Verwunderung. Guido Ehrler, Badmeister im Zuger Herti-Bad hat noch nie von Reklamationen gegenüber Nacktduschern gehört. «Viele gehen in die Kabinen, um sich dort dann abzuduschen.» Und Konflikte mit Schulkindern gebe es auch nicht, weil diese ja zumeist zu Schulzeiten – will heissen, getrennt von den Erwachsenen – das Bad benützen würden.

Hanspeter Näf, Badmeister im Zuger Loreto-Bad, muss angesichts dieser Duschregelung spontan schmunzeln. «Bei uns im Bad gibt es zwar eine Badeordnung – aber ob jetzt jemand mit oder ohne Badehose duscht, mit Jeans oder mit T-Shirt – das ist bei uns nicht geregelt. Ein viel grösseres Problem ist es», versichert Näf, «dass nicht alle Badebesucher duschen, bevor sie ins Wasser gehen.» Das erkenne er sofort daran, dass einige mit trockenen Haaren und Badehosen ins Wasser steigen würden, so der Loreto-Bademeister.

Dass sich möglichst alle Badegäste vor dem Schwimmen duschen würden, wünscht sich auch Bruno Hoppler, Abteilungsleiter Liegenschaften/Sport der Gemeinde Baar. Nacktduschen im Lättich – dem grössten Bad im Kanton Zug mit jährlich 380'000 Besuchern – sei kein Problem, das von Besuchern schon moniert worden wäre – weil es ja neben dem offenen Duschbereich genügend Kabinen gebe. «Bei Kindern ab dem Schulalter weist unser Personal die begleitenden Eltern darauf hin, dass sie ihre Sprösslinge doch bitte jeweils in die Männer- beziehungsweise Frauenumkleide schicken mögen.»

Auch «Feingefühl» der Erwachsenen gefragt

Im Chamer Röhrliberg-Hallenbad sind Nacktduscher ebenfalls keine Badegäste, die für Aufsehen oder gar Irritationen unter den jährlich 134000 Besuchern sorgen würden. «Es ist eigentlich schön, dass sich unsere Besucher nach dem Schwimmen unter der Dusche perfekt hygienisch reinigen können», sagt Badmeister Pascal van Däniken aus Anfrage. Schliesslich sei ja gerade die Körperreinigung früher eine der ursprünglichen Zwecke von Badeanstalten gewesen. Er kann gleichzeitig aber verstehen, dass sich vielleicht manches Kind wegen einer nackten Person in der Dusche erschrecken könne. «Da ist sicher auch ein bisschen Feingefühl seitens der Erwachsenen gefragt.»

Doch unter den Stammgästen im Röhrliberg sei so ein rücksichtsvolles Verhalten quasi verinnerlicht. Sagts und wünscht sich: «Besser wäre es tatsächlich, wenn sich noch mehr Personen vor dem Baden duschten.»

 

Wolfgang Holz

wolfgang.holz@zugerzeitung.ch