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Ein Halteverbot für das Rotkreuzer Kaffeemobil

Das Gefährt, bei dem man mittels App seine Bestellung sekundengenau erhalten hat, steht nicht mehr beim Bahnhof Rotkreuz. Dies, weil die Betreiber keine Bewilligung hatten, auf öffentlichem Grund zu stehen. Sie erklären das mit einem Missverständnis.
Raphael Biermayr
«Wir haben Lehrgeld bezahlt», sagt Benno Stäheli, einer der beiden Betreiber des Kaffeemobils. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 8. Januar 2019))

«Wir haben Lehrgeld bezahlt», sagt Benno Stäheli, einer der beiden Betreiber des Kaffeemobils. (Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 8. Januar 2019))

Wer gestern im Nordteil des Rotkreuzer Bahnhofs Ausschau nach dem Kaffeemobil hielt, blickte ins Leere. Die Betreiber meldeten am Donnerstagabend bei Facebook, dass der Betrieb eingestellt sei – nur rund zwei Monate nach der Eröffnung. Auf Nachfrage erklärt Benno Stäheli, der das Kaffeemobil mit Paul Binkert betreibt: «Wir hatten von der Gemeinde zwar eine Bewilligung für den Verkauf, aber offensichtlich nicht automatisch eine Bewilligung, um auf öffentlichem Grund zu stehen.»

Zwar seien sie frühzeitig mit der Gemeinde Risch in Kontakt gestanden und hätten erklärt, was genau sie vorhaben. Man hätte ihnen gesagt, dass zum Ausschank von Kaffee keine eigene Bewilligung nötig sei. Daraus hätten sie geschlossen, dass keine weitere Bewilligung nötig sei. «Für uns war logisch, dass es für den Verkauf auch einen Standort braucht und wir gingen davon aus, dass die Gemeinde das auch so sieht. Es war ein Missverständnis, wir haben das missinterpretiert», sagt Stäheli selbstkritisch.

Hat ein Nachbar reklamiert?

Seltsam mutet jedoch an, dass die Betreiber und ein Vertreter der Gemeinde vor kurzem «eine Begehung» gemacht hätten. Denn auch dabei sei die fehlende Bewilligung nicht zur Sprache gekommen. Ob daraufhin die Verantwortlichen der angrenzenden Bäckerei oder aber des danebenliegenden Hotels sich bei der Gemeinde beschwerten, und jene darauf reagierte, kann Stäheli nicht sagen. Am vergangenen Mittwoch seien er und Binkert jedenfalls «absolut überrascht» gewesen, als sie einen Brief der Gemeinde in den Händen hielten, in dem ihnen «unter Androhung von Konsequenzen» untersagt worden sei, das Kaffeemobil wieder aufzustellen. Dennoch hätten sie die Woche noch zu Ende bringen wollen – bis sie am Donnerstagmorgen von der Polizei weggewiesen worden seien.

Benno Stäheli klingt nicht verbittert, wenn er davon erzählt; eher erstaunt und etwas amüsiert. Er sagt denn auch: «Dass wir aus einer Bewilligung schlossen, die andere sei automatisch auch erteilt, ist unser Fehler. Wir haben Lehrgeld bezahlt und Erfahrungen gesammelt, das gehört bei einem solchen Pilotversuch dazu.»

In Zukunft in einer anderen Ortschaft?

Darüber hinaus hätten sie die Erkenntnis gewonnen, dass das Konzept erfolgsversprechend sei. Sie hätten in der kurzen Zeit und trotz manchmal harter Wetterverhältnisse eine Stammkundschaft aufbauen können. Auf die eingangs erwähnte Mitteilung bei Facebook hätten sie mehrere Reaktionen erhalten, in denen Kunden ihnen ihre Unterstützung zusichern würden. Sie wollten deshalb ihr Kaffeemobil, bei dem man seine Bestellung dank einer App sekundengenau abholen kann, in Zukunft weiterführen. Ob in Rotkreuz oder anderswo, sei gegenwärtig offen. Klar sei nur, dass sie sich vorgängig um alle nötigen Bewilligungen kümmern würden – «gewissenhaft», ergänzt Benno Stäheli.

Unsere Zeitung hat der zuständigen Abteilung der Gemeinde Risch gestern Nachmittag Fragen in dieser Angelegenheit zukommen lassen. Sie wird diese nach eigenen Angaben Anfang der nächsten Woche beantworten.

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