HANDBALL: Gautschi vom LK Zug: «Ich träume vom Cupsieg»

Am Wochenende findet in Olten das Final-4-Turnier um den Schweizer Cup statt. Für die erst 16-jährige Daphne Gautschi vom LK Zug ist es das Highlight ihrer bisherigen Laufbahn. Die Underdog-Rolle ist Ansporn für sie.

Michael Wyss
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«Air Gautschi» hebt zum Torerfolg ab: Die Murianerin hat in 15 Matches in der SPL1 schon 39 Treffer erzielt. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29. Januar 2017))

«Air Gautschi» hebt zum Torerfolg ab: Die Murianerin hat in 15 Matches in der SPL1 schon 39 Treffer erzielt. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29. Januar 2017))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

Daphne Gautschi hat 15 Partien in der SPL1 gespielt und dabei 39 Treffer erzielt. Darüber hinaus hat sie in vier SPL2-Matches 25-mal ins gegnerische Tor getroffen. Das sind beeindruckende Werte für eine erst 16-Jährige. Die Rückraumspielerin aus Muri spielt trotz ihres Alters wie eine Routinierin. An diesem Wochenende winkt mit dem Final-4-Turnier um den Schweizer Cup in Olten die Chance auf ihren ersten Titel im Aktivhandball. Morgen wartet der Halbfinal gegen den Favoriten Brühl (17.15, Kleinholz).

«Unser Ziel ist ganz klar, den Final zu erreichen. Dann kann ­alles passieren – ich träume auch vom Cupsieg.» Warum holt der LK Zug den Kübel? Gautschi: «Wir sind jung, ehrgeizig, motiviert und hungrig. Zudem sind wir im Halbfinal auf dem Papier krasser Aussenseiter. Das Gros erwartet einen Sieg von Brühl. Dass wir Underdog sind, könnte sich für uns positiv auszahlen.» Gautschi räumt eine gewisse Nervosität ein: «Ich bin angespannt und schon etwas kribbelig. Ich bin froh, wenn es losgeht.»

Der LK Zug wurde bisher zweimal Cupsieger (2014 und 2015). Bekanntlich sind ja aller guten Dinge drei. Gautschi: «Wir wissen, was wir zu erledigen ­haben», sagt die Murianerin lachend. Die Aarauer Sportkanti­schülerin spielt in der dritten Saison beim LK Zug. Zuerst im Nachwuchs eingesetzt, hat sie sich hochgearbeitet. Im Alter von neun Jahren entdeckte sie im TV Muri die Leidenschaft für diesen Sport. Gautschi, die sich als ehrgeizig, lebensfroh und handballverrückt bezeichnet, sagt: «Handball ist eine faszinierende Sportart, die mir alles abverlangt. Ich könnte mir ein Leben ohne Handball derzeit nicht vorstellen.» Ihre bislang grössten Erfolge feierte sie beim LKZ im Nachwuchs mit den Schweizer-Meister-Titeln der U-17- Elite- und U-19-Elite-Kategorie. Auch in der U-20-Nationalmannschaft bewies sie bereits ihre offensiven Qualitäten: In sieben Einsätzen resultierten 16 Treffer. Gautschi gehört auch dem Nachwuchs-Sichtungskader an.

Wieso wechselte sie nach Zug? Gautschi: «Ich suchte in der Region nach einer neuen Herausforderung. Im LKZ wurde ich schnell fündig. Er ist bekannt als guter Ausbildungsverein und wird sehr familiär geführt. Hier kann ich mich auch positiv weiterentwickeln. Das Gesamtpaket stimmte.» Gautschi zählt zu ihren Stärken die gute Übersicht und die Schnelligkeit. «Verbessern muss ich allerdings noch mein Entscheidungsverhalten. Damit meine ich, dass ich den richtigen Moment nicht verpasse, den Ball einer besser positionierten Spielerin zu spielen. Generell muss ich den Ball schneller abspielen.» Peter Stutz, der Co-Trainer des Zuger SPL1-Teams, ist voll des Lobes für Gautschi: «Sie hat grosses Potenzial und ist das grösste Talent ihres Jahrgangs schweizweit. Sie ist sehr athletisch, schlau, witzig, aufgestellt, schnell und hat eine grosse Sprung- und Wurfkraft.» Man werde noch viel Freude an ihr ­haben, ist Stutz überzeugt.

Bestenfalls bereits an diesem Wochenende in Olten.

Hinweis

Schweizer Cup. Final 4. Halbfinals. Morgen: Spono Eagles - Rotweiss Thun (13.00). Brühl - Zug (17.15). Final: Sonntag (13.00). Alle Partien werden live auf handballtv.ch übertragen.